Vízügyi Közlemények, 2003 (85. évfolyam)
1. füzet - Somlyódy László: Az értől az óceánig - a víz: a jövő kihívása
96 •Somlyódy László im Gegensatz zu dem bei den Süßwasserseen, nicht der Phosphor, sondern der Stickstoff oder die beiden gleichzeitig. Es besteht deshalb der eindeutige Anspruch, den Stickstoff aus den Abwässern zu beseitigen. Die Lösung wurde, vor knappen zwei Jahrzehnten (wobei das Prinzip bereits im 19. Jh. bekannt gewesen war), in der biologischen Denitrifikation gefunden, die mit den übrigen Verfahren gekoppelt angewendet wird. Dem Schutz der Binnenmeere sowie den erfolgreichen technologischen Entwicklungen sind die neuen EU-Richtlinien für die Klärung der Siedlungsabwässer zu verdanken, welche in den sog. sensiblen Räumen, bzw. bei Großstädten eine gerneinsame Beseitigung der C-, P- und N-haltigen Verbindungen vorschreibt. Die Kostenanforderung der Einführung dieser Direktive in Ungarn würde sich (zusammen mit der Kanalisation) auf etwa 1000 Mrd HUF (= 4 Mrd Euro) belaufen. Ein Großteil der globalen Beflirchtungen ist durch die rasche Zunahme der Bevölkerungszahl und durch den Rückgang der spezifischen, auf einen Kopf bezogenen Wasserresourcen bedingt. Die Vermehrung der Bevölkerungszahl hat einen exponentiellen Charakter : bis zum Ende des 21. Jh. kann die Bevölkerungszahl der Erde die 10 Mrd Seelen übertreffen. Heutzutage erhält etwa 4-6% der Menschen eine physikalisch unzulängliche Wassermenge, wobei 20%, vor allem im Nahen Osten und in Afrika, aus wirtschaftlichen Gründen, zu keinem hygienisch einwandfreien Trinkwasser gelangt. Da die Bevölkerungszunahme vor allem in den an Wasser bereits heute armen Räumen von Asien und Afrika am höchsten ist (wo sich die Bevölkerung in vielen Ländern binnen 20 Jahren verdoppeln wird), kann sich der letzgenannte Anteil bis 2025 — in Abhängigkeit von den Auswirkungen der Klimaänderung —noch weiter beträchtlich erhöhen (Bild 5). Im entwickelten Europa wird heute, auf verschwenderische Weise, etwa 0,24—0,25 m 3 Wasser pro Kopf und Tag verbraucht. Davon macht etwa 0,05 m VKopf.Tag den sog. physiologischen Wasserbedarf aus (WC), 0,11 nvVs wird in der Küche und im Badezimmer verbraucht, so daß der (ortsabhängige) Verlust —z.B. Entsickcrung aus dem Leitungsnetz-im Durchschnitt bei 0,08 m 3/Kopf.Tag liegt. Typisch für einen heutigen Haushalt ist es, daß fürjeden Zweck (Trinken, Kochen, WC-Spülen) Trinkwasser bester Qualität verwendet wird (Bild 6). Der Wasserverbrauch könnte — mittels verbesserter Instandhaltung des Leitungsnetzes, Anwendung wassersparender Geräte und Anwendung einer wirksamen Preispolitik — ohne Schwierigkeit um mehr als 50% reduziert werden (Bild 7). Analysen ergaben, daß die angeführten Nutzungsarten der Reihe nach auf die Werte 0,025, 0,055 und 0,025 m 3/Kopf.Tag herabgesetzt werden könnten, wobei man sich mit 0,050 m 3.Kopf.Tag Trinkwasserbedarf begnügen könnte, falls letzterer auf die Nutzung in Küche und Badezimmer beschränkt wird. In diesem Fall wird die physiologische Verschmutzung (das „schwarze "Abwasser) von den übrigen Verschmutzungsarten (vom „grauen" Abwasser) abgetrennt. Sollte auch weiterhin die WC-Spiilung angewandt werden, wird dazu entweder das „graue" Abwasser oder gar Regenwasser gebraucht, was innerhalb der Gebäude ein doppeltes Leitungssystem erfordert. Bei der WC-Spülung werden sowohl die verschiedenen Stoffe als auch die Verschmutzungen einheitlich in die Wasserphase überfuhrt, wobei allerdings nur die zweite Komponente eine flüssige Verschmutzung darstellt, deren Abtransport tatsächlich nur mit der Hilfe des Wassers erfolgen kann (Bild 8). Befreit man sich von den Gebundenheiten des englischen WC, wird dadurch nicht nur der Wasserverbrauch gemindert, sondern es werden auch die verschiedenen Stoffe in bewußter Weise nach verschicdnen Richtungen geleitet, unter Berücksichtigung der leichten Klärbarkeit, des Recycling, der wiederholten Nutzung, der Schließung des Stoffkreislaufes und, als Ergebnis all dessen, der Nachhaltigkeit. Es sollen hier nur zwei (einander keineswegs ausschließende) grundlegende Möglichkeiten erwähnt werden. (1) Anwendung des gegenwärtigen Systems unter Einbeziehung des Bioabfalls sowie (2) Abtrennung des physiologischen Abfalls und seine gemeinsame Behandlung mit dem Bioabfall.