Vízügyi Közlemények, 2003 (85. évfolyam)

2. füzet - Juhász E.: Magyarország vízi közmű ellátása

Magyarország vizi közmű ellátása 209 zwischen schon vereinigten Hauptstadt startete also mit einem erheblichen Rückstand, der bis heute nich bewältigt werden konnte. Um die darauffolgende Jahrhundertwende folgten mehrere ungarische Städte dem Beispiel von Budapest, wobei sowohl Wasserwerke als auch Mischent­wässerrungssysteme errichtet wurden. Die beiden verlorenen Weltkriege haben die Entwicklungsmöglichkeiten Ungarns erheb­lich beeinträchtigt. Nach dem II. Weltkrieg genoß die Schadenbehebung Priorität. Die Lage der Wasserversorgung und der Abwasserentsorgung im verstümmelten Lande werden in den Bil­dern 1 und 2 veranschaulicht. Während der drauffolgenden Zeit wurde die Entwicklung vor allem auf die Wasserversorgung konzentriert, wobei man die Aufgaben der Abwasserentsor­gung noch immer als zweitrangig behandelte. Diese Entwicklungstendenzen zeichnen sich im Bild 3 gut ab. Die sich auf sämtliche Wohnsiedlungen des Landes erstreckende Versorgung mit Leitungswaaser wurde nach der politischen Wende, im Jahre 1994 beendigt, wobei die mit der Qualität des gelieferten Wassers zusammenhängenden Probleme in mehreren Gemeinden, und­zwar jeweils im Hinblick auf eine oder mehrere Kompontentcn, noch zu beheben sind. Die Re­gierung hat für die Lösung dieser Probleme bis zum Jahre 2015 rd. 220 Mrd. Ft (etwa 0,7 Mrd. Euro) zur Verfügung gestellt, wobei als Prioritäten die Herabsetzung des Arsengehaltes auf den EU-Grenzwert, die Entwicklung des Labor- und instititionellen Hintergrunds sowie die erhöhte Sicherheit der Dienstleistungen zu behandeln sind. Der derzeitigen Bestand an Wassér- und Kanalisationswerken Ungarn wird, nach Komi­taten aufgeschlüsselt, in Tabelle I dargestellt. Der Anteil der bis Ende 2002 dem Trinkwasser­versorgungssystem angeschlossenen Wohnungen war 93,4%, wobei ein weiterer Anteil von 4,5—5% von den öffentlichen Brunnen derselben Netze versorgt wird. So ist also etwa 98% der Landesbevölkerung mit Leitungstrinkwasser kontrollierter, guter Qualität versorgt. Was die Abwasserentsorgung betrifft, lag 2002 der Anteil der dem öffentlichen Kanalisa­tionsnetz angeschlossenen Wohnungen bei 56%. Den Unterschied zwischen Ver- und Entsor­gung (in der ungarischen Terminologie: die Schere der öffentlichen Werke) wird, ebenfalls nach Komitaten aufgeschlüsselt, in Bild 4 veranschaulicht. Ein interessanter, scharfer Kontrast ist dabei zwischen der Hauptstadt und dem dieselbe umgebenden Komitat Pest zu beobachten. Be­trachtet man jedoch die Gesamtheit der Hauptsadt und des Komitats Pest als eine einzige Re­gion, zeigt diese — mit ihrer „Schere" von lediglich 19% — das weitaus günstigste Bild unter sämtlichen Regionen des Landes. Der Rückstand in der Abwasserentsorgung der Regionen der Großen Ungarischen Tiefebene zeichnet sich leider scharf ab. Die Verteilung der Wasserversor­gungs- und Abwasserentsorgungs-Netze nach Regionen ist in Tabelle III, diejenige der hydrau­lischen Kapazitäten der Kläranlagen aber in Tabelle IV ausgewiesen, während die auf das ganze Landesgebiet bezogenen, zusammenfassenden Kennzahlen der Letzteren in Tabelle V zu fin­den sind. Dabei ist als typische Entwicklungstendenz der rapide Rückgang der ausschließlich mechanischen Klärung sowie der verhältnismäßig hohe Anteil der auch eine Nährstoffbeseiti­gung gewährleistenden Anlagen zu beobachten. Die in Trockenstoff ausgedrückten Mengen des in den Kläranlagen anfallenden Abwasserschlammes und die verschiedenen Arten seiner Unterbringung können in Tabelle VI verfolgt werden. Natürlich ist die Haupttendenz die Aus­bringung und Nutzung auf landwirtschaftlichen Flächen, doch herrscht z.Z. noch die Ablage­rung in alten — nach heutigen Begriffen durchaus nicht regelmäßig ausgerichteten - Deponien, vor allem in den Feststoff-Abfalldeponien der Gemeinden, vor. Einige charakteristische, vergleichbare Daten der früheren und der sich im Mai 2004 an­schließenden EU-Mitgliedstaaten (unter den letzteren Ungarns) sind in den Tabellen VII mitge­teilt. Ungarns flächen- und bevölkerungsmäßiger Anteil an der EU ist lediglich 2,25%, kann also keineswegs als beträchtlich bezeichnet werden. Im Hinblick auf die Kennzahl GDP/Kopf hat Ungarn 2002 lediglich 56% den Durchschnittswert der „verdünnten" Union erreicht und

Next

/
Oldalképek
Tartalom