Vízügyi Közlemények, 1969 (51. évfolyam)
4. füzet - Rövidebb közlemények és beszámolók
(81) erster Linie in Phosphor- und Nitrogenverbindungen, die wiederum den Wasserpflanzen als Nahrung dienen (Algen, Wasserpflanzen, Seegras). Die Anreicherung solcher Pflanzennahrstoffe in den Seen zieht einen Anstieg des Grades der Trophität mit sich. Dieser Anstieg der Trophität wird als Eutrophisierung bezeichnet. Die Gründe dafür können natürlicher Art (natürliche E utrophisierung) und antropogener Art (künstliche Eutrophisierung) sein. Die dadurch verursachten Veränderungen, die sich nach dem natürlichen Vorgang erst in Jahrtausenden abspielen, können dermassen beschleunigt werden, dass sie durch die künstlichen Anreicherungen der Nährstoffe bereits binnen fünf bis zehn Jahren zum Vorschein treten. Diese künstliche Nährstoff-Anreicherung kann auf die städtische Entwicklung, die gesteigerte Anwendung von Kunstdüngern und Waschmitteln, durch die Landwirtschaft verursachte gesteigerte Bodenerosion, aber in erster Linie auf die Zuleitung roher und gereinigter Abwässer zurückgeführt werden. Bohe Abwässer verursachen im Vorfluter zuerst eine Verunreinigung, gefolgt von einer Anreicherung, während durch die gereinigten Abwässer und durch die landwirtschaftlichen Überschusswässer zuerst eine Anreicherung und später eine Verunreinigung der natürlichen Gewässer bewirkt wird. Als Folge der Eutrophisierung werden im Vorfluter äussert günstige Bedingungen für die Vermehrung der Wasserpflanzen (Algen, Seegras) geschaffen. Geruchbeschwerden werden in erster Linie durch das massenhafte Absterben der sogenannten Blaualgen hervorgerufen, das Wasser wird für Erholungszwecke ungeeignet und darüber hinausgehend können giftige Algen Fische und andere Wasserwesen, ja sogar andere Lebewesen vergiften. Massenhafte Ablagerungen von Algen können Filtersiebe und andere Entnahmevorrichtungen verstopfen, so dass im allgemeinen der ästhetische und wirtschaftliche Wert des Wassers durch die Eutrophisierung herabgesetzt wird. Ungeachtet der dadurch für das Gesundheitswesen entstehenden Probleme können diese Auswirkungen ebenso schwerwiegend sein, als jene einer Zuleitung von rohem Abwasser in den Vorfluten. Der Eutrophisierungsvorgang wird auch vom Zeitfaktor wesentlich beeinflusst. Zwischen der Vermehrung der Algen und der Dauer des Aufenthaltes des Wassers in Staubereichen usw. konnte ein eindeutiger Zusammenhang festgestellt werden. Dieser bereits von Pearson betonte Zeitfaktor ist von einer grossen praktischen Bedeutung. Mit seiner Hilfe lässt sich nämlich erklären, warum an den schnellen Oberläufen der Gewässer keine Eutrophisierung auftritt und warum die Gefahr einer Eutrophisierung im gesteigerten Mass bei gesteigerten Wassermengen besteht. Die wirksamste Massnahme für die Verhinderung der Eutrophisierung stellt die Fernhaltung der Abwässer dar, wozu sich as Alternative die lïntfernung der Nährstoffe (die dritte Reinigungsstufe) bei der Abwasserreinigung bietet. Die Wiederherstellung der gesunden Wasserqualität in bereits eutrophisierten Seen bringt schwere technische Probleme mit sich. Als Massnahmen sind zu nennen: die kräftige Entwicklung der Fischerei, die Entfernung der Algen und anderer Wasserpflanzen, die Baggerung des faulenden Schlammes, die Belüftung der tiefen, sauerstoffarmen Wasserschichten, deren Entnahme oder Verdünnung mit frischem Wasser; aber keine dieser Massnahmen kann wirksam durchgeführt werden, wenn die hydrologischen und biologischen Verhältnisse der Seen und Flüsse nicht gründlich erkundet werden oder ungeachtet bleiben. Die künstliche Eutrophisierung stellt zur Zeit in Ungarn no?h kein dringendes Problem dar. Doch kann in einigen Speichern jährlich regelmässig wiederkehrend eine Vermehrung der Algen und hei einigen Entnahmebauwerken eine Verstopfung der Filter beobachtet werden. Jedoch sollte der Zustand des Velence Sees, des am meisten eutrophisierten Sees in Mitteleuropa und einige am Balaton beobachteten beunruhigenden Erscheinungen (massenhafte Planktonerscheinungen seit 1949, die Beobachtung von abnormalen Epibionten an der Oberfläche von Crustacea-Krebsen, der Anstieg der organischen Substanzen in der Bucht von Keszthely, die grossflächige Erscheinung von Seegras und Algen) die Gefahr der Eutrophisierung in den Vordergrund stellen.