Vízügyi Közlemények, 1960 (42. évfolyam)
4. füzet - VI. Képek a Föld különböző részeinek vízépítési munkáiról
(?) DIE WASSERSPEICHERUN G UND IHRE VOLKSWIRTSCHAFTLICHE BEDEUTUNG Von I. Degen (Ungarischer Text Seite 3) Ungarns Oberflächenwasser-Vorrat beträgt im vieljährigen Durchschnitt 3980 m 3/sec, bei Niederwasser 920 m 3/sec, dessen 87% auf die, ausserhalb der Landesgrenze entspringenden Flüsse Donau, Tisza und Drau entfallen Bild 1). Die Wasserbedarfe sind jedoch auf das ganze Land zerstreut, woselbst grösstenteils nur dem Landesgebiet entstammende Wasservorräte zur Verfügung stehen. Der vielj ährige Mittelwert dieses Wasservorrates einheimischen Ursprungs beträgt 160 m 3/see, während der stets verfügbare Niederwasserertrag nur 6 m 3/sec beträgt. In ganzjähriger Wassermenge ausgedrückt, beträgt die zum Abfluss kommende Gesamtwassermenge: durchschnittlich 120 Milliarden m 3, in trockenen Jahren 61 Milliarden m 3. Der dem ungarischen Einzugsgebiet entstammende Niederwasserabfluss beträgt aber nur 190 Millionen m 3. Der Verfasser stellt diesen Angaben die heutige Lage des Wasserverbrauchs und das Anwachsen der Wasserbedarf^ gegenüber. Der jährliche Wasserverbrauch beträgt derzeit 3 Milliarden m 3, wovon Industrie und Bevölkerung 2 und die Landwirtschaft 1 Milliarde m 3 verbrauchen. In stetigem Wasserstrahl ausgedrückt, beträgt das bei der Industrie- und Trinkwasserversorgung 71,5 m 3/sec und bei der Landwirtschaft. 75 m 3/sec. Der Wasserbedarf belastet den Niederwasservorrat in einzelnen Gebieten heutzutage schon bedeutend, bzw. überschreitet er ihn auch. Die fernere Gestaltung des Wasserbedarfs zeigt ein ungünstiges Bild. Der landwirtschaftliche Wasserverbrauch wird in 5 Jahren von 75 m 3/sec auf 136 und im Laufe der ferneren Entwicklung auf 456 m 3/sec, der Industrie- und Trinkwasserverbrauch in 5 Jahren von 71,5 m 3/sec auf 82,5, in 15 Jahren auf 109,5 m 3/sec steigen. Bei solchen Gegebenheiten des Landes kann der schwankende Durchfluss der Gewässer mit dem Bedarf durch Speicherung der zeitweise vorkommenden Wasserüberschüsse in Einklang gebracht werden. Die Speicherung kann verschiedenen volkswirtschaftlichen und wasserwirtschaftlichen Interessen dienen, in Ungarn ist sie jedoch hauptsächlich bei der Trink- und Indus trie Wasserversorgung und der Bewässerung, sowie'der Sicherstellung des Wasserbedarfes der Teichwirtschaften von Bedeutung. Der Hochwasserrückhalt ist nur lokal, bei einzelnen kleineren Gewässern möglich. Wegen der so grossen Bedeutung der Speicherungen hat die Forschungsanstalt für Wasserwirtschaft Budapest die Speichermöglichkeiten der Gebirgs- und Hügellandschaften Ungarns mit mehrjähriger Arbeit untersucht und die gesammelten Angaben im zweibändigen Werk: „Der Wasservorrat Ungarns, Speichermöglichkeiten" veröffentlicht. Es wurde festgestellt, dass 750 Millionen m 3 Speicherraum ausgebaut werden könnte, womit eine Steigerung der Niedrigwasserführung der kleineren Gewässer von 20 — 25 m 3/sec möglich wäre (Tabelle 1., Teil 1). Neben der Speicherung im Gebirgs- und Hügelland ist für die Ergänzung des Bewässerungswassers, die Bückhaltung der Binnenwässer und die Versorgung der Fischteiche, auch die Flaclilandspeicherung von grosser Bedeutung (Tabelle 1., Teil II.). Die zu erwartende Entwicklung der landwirtschaftlichen Wassernützung benötigt die Errichtung von 171 Millionen m 3 Flachlandspeicherraum binnen 15 Jahren, während in der ferneren Zukunft im ungarischen Tiefland die Errichtung von insgesamt 600 Millionen m 3 Flachiandspeicherraum benötigt wird, was in den 4 Bewässerungsmonaten einen stetigen Wasserstrahl von 57 m 3/sec bedeutet. Alldem können noch die Flussbett-Speichermöglichkeiten der Haltungen oberhalb der Fluss-Stauwerke dazugerechnet werden, denen zur landwirtschaftlichen und Industrie-Wasserversorgung cca 25 Millionen m 3 Wasser entnommen werden könnten. Durch sämtliche möglichen Flachlands- und Talsperrenspeicherungen der Oberflächengewässer könnte eine Wassermenge von jährlich 1,4 Milliarden m 3 gespeichert werden, welche Menge 50 % des dieszeitigen Landeswasserverbrauchs entspricht.