Vízügyi Közlemények, 1936 (18. évfolyam)
Kivonatok, mellékletek - Kivonat a 2. számhoz
I. DER WASSERVERKEHR UNGARNS UND DIE ENTWICKLUNG SEINER WASSERSTRASSEN. Von : E. SAJÓ. t (Ungarischer Text : Seite 117—133.) Nach fast ein Jahrhundert hindurch geführten Hochwasserschutz- und Entwässerungsarbeiten, kurz nach der Periode der „Regelung der Gewässer" trat Ungarn in das Zeitalter der „Nutzbarmachung der Gewässer". Zwischen den einschlägigen Aufgaben des Landes rückt die Hebung des Wasserverkehres sowie das Weiterentwickeln des Wasserstrassennetzes immer deutlicher in den Vordergrund. In der früheren Zeit war in Ungarn ein nachteiliger Wettbewerb zwischen Eisenbahn und Schiffahrt fühlbar, dessen schädliche Folgen sich hauptsächlich im Mangel an entsprechenden Umschlagplätzen geäussert haben. Die Durchführung des grosszügigen Ausbauprogrammes der Wasserstrassen scheiterte am Ausbruch des Weltkrieges, es wurde lediglich die Kanalisierung der Bega zum Abschluss gebracht. Das durch den Krieg überall in der Welt wachgerufene Bewusstsein der volkswirtschaftlichen Wichtigkeit der Schiffahrt hat in der Folge alle Staaten zur Vervollkommnung ihrer Wasserstrassennetze angespornt. Die natürliche Lage Ungarns ist hinsichtlich Ausbau der Wasserstrassen eine äusserst günstige. Es erklärt sich aus dem ausserordentlich geringen Gefälle, dass die Erstellungskosten für den km künstlichen Wasserweges vielleicht nirgend in der Welt so niedrig sind, als eben in Ungarn, wodurch sich eine Investition schon bei verhältnismässig bescheidenem Verkehr lohnend macht. Als mächtige Triebkraft wirkt auf die Entwicklung des Wasserstrassennetzes der Umstand, dass sich für die ungarischen Erzeugnisse entgegen den Eisenbahnen über die internationale Verkehrslinie der Donau unbehinderter Weg sowohl nach den westlichen, als auch nach den östlichen Märkten bietet. Schliesslich haftet den Wasserstrassenbauten auch sozialpolitische Bedeutung an, indem ungefähr 75% der Baukosten auf Arbeitslöhne entfallen. All diese Umstände haben die ungarische Regierung zunächst dazu veranlasst, den neuen Handels- und Industriehafen in Budapest zu erbauen, dessen Verkehr seit Beginn ständig und über alle Erwartung hinaus ansteigt. Im Zuge der weiteren Aufgaben soll in erster Reihe eine erhöhte Ausnützung des vorhandenen Verkehrsnetzes ermöglicht werden, was engsten Zusammen-