O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Stohl, G.: Verzwergter Belgischer Riese – ein Kaninchen-Inzuchtstamm 67-77. o.

auf, wie werden sich die für die Riesen bezeichnenden Organgewichte bei ei­ner allmählichen Abnahme der Körpergrösse gestalten. Wie würde sich das Wechselspiel zwischen genotypisch und allometrisch (korrelativ) bedingten quantitativen Merkmalen bemerkbar machen. Eine Möglichkeit zu solchen Untersuchungen bat für uns die viele Jahre hindurch andauernde Herauszüchtung eines wildfarbigen Hauskaninchen-Stam­mes aus zwei Vollgeschwister-Tieren. Beide Gründertiere stammten aus ei­ner Belgischen Riesenzucht, in welcher während des zweiten Weltkrieges in­folge einer unvermeidbaren Inzucht die Körpergrösse der Tiere merklich ab­genommen hatte. Die beiden Tiere gelangten durch Vermittlung des ehemali­gen Leiters der Forschungsstation Vácrátót, Privat-Dozent N. HOMONNAY, in den Besitz der Labortierzucht des Biologischen Forschungsinstitutes der Ungarischen Akademie der Wissenschaften in Tihany. Mit der Herauszüchtung des Inzuchtstammes wurde im Jahre 1949 begonnen. Im Jahre 1957 gelangte der inzwischen zahlreich gewordene Bestand nach Gödöllő, wo die weitere Zucht bis zum Ende der 60er Jahre von Prof. Gy. FÁBIÁN geleitet wurde. Schliesslich übernahm wieder der Autor die Zucht des Stammes und sie wurde in der Abt. Tiergenetik des ehemaligen Institutes für Genetik der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (Budapest-Máriabesnyő) bis zur im Jahre 1971 erfolgten Auflösung genannten Institutes weiter fortgesetzt. Zur Vermeidung einer zu raschen Zunahme des Inzuchtkoeffizienten und der damit verknüpften unausweichbaren Folgen der Inzucht wurden mög­lichst nicht Vollgeschwister-Paarungen, sondern vor allem Elter-Kind- Rück­kreuzungen und Kreuzungen zwischen weiter verwandten Tieren durchgeführt. Die Folgen der Inzucht entsprachen den Erwartungen. Körpergewicht und -masse nahmen schnell ab, aber von einem Inzuchtkoeffizient 37, 5% stabili­sierten sie sich auf dem Niveau anderer, ebenfalls in Inzucht gehaltener mit­telgrosser Hauskaninchen-Stämmen, d.h. bei einem Körpergewicht von 2, 5 kg. Über die mit der Abnahme des Körpergewichtes zusammenhängenden Verän­derungen, die im Laufe der fortschreitenden Inzucht beobachtet werden konn­ten, soll im folgenden kurz berichtet werden. Untersuchungsergebnisse Körpergewicht, Körpermasse. Die am Ende der 30er Jahre nach Un­garn eingeführten Belgischen Riesenkaninchen besassen im allgemeinen ein Körpergewicht von 6 kg. Unsere beiden Vollgeschwister-Gründertiere er­reichten aber - völlig ausgewachsen - dieses Körpergewicht nicht mehr, sie hatten ein Körpergewicht von 3,80 - 3,90 kg. Dem abgenommenen Körper­gewicht entsprechend lagen auch ihre Körpermasse unter den für die ausge­wachsenen Riesenkaninchen bezeichnenden Werten (Abb. 1., 2.). Schon bei den aus der ersten Vollgeschwister-Paarung hervorgegangenen Tieren, die also einen Inzuchtkoeffizient von wenigstens 25% besitzen mussten, trat schon ein starker Rückfall sowohl im Körpergewicht (2,8 - 2, 9 kg) als in sämtlichen genommenen Körpermasse. Nach dem Erreichen eines Inzuchtkoeffizienten von 37, 5% nahmen aber weder Körpergewicht noch Körpermasse weiter ab: sie stabilisierten sich auf einem auch für unsere anderen Inzuchtstämme

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