O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 18. (Budapest, 1978)

Stohl, G.: Verzwergter Belgischer Riese – ein Kaninchen-Inzuchtstamm 67-77. o.

(Russenkaninchen "Tihany", Dunkel und Licht Chinchilla, Platinfarbige, die alle von mittelgrossen, 3,0 - 3, 5 kg schweren Ausgangstieren herausgezüch­tet worden waren) bezeichnenden Niveau. Nur die Rumpflänge schien sich trotz der fortschreitenden Inzucht und Abnahme des Körpergewichtes und anderer Masse mit etwa 20 mm über die entsprechenden Masse der anderen Inzuchtstämme stabilisiert zu haben. Bei den Tieren, die in den Jahren 1965 und 1966 gezüchtet worden wa­ren (die aber selbstverständlich nur später, im völlig ausgewachsenen Zustand seziert wurden) war aber sowohl im Körpergewicht als auch in den Körper­massen eine leichte Erhöhung aufgetreten. Diese Grössenzunahme bei vielen Tieren aus diesen Jahren lässt sich damit erklären, dass zu dieser Zeit eine planmässige Zucht auf SN Blutgruppen-Faktoren heterozygote Exemplare ge­trieben wurde (unveröffentlichte Versuche von M. VARGA). Da im späteren Verlauf der fortschreitenden Inzucht dieses Merkmal keine Berücksichtigung mehr fand, sank die Körpergrösse der Tiere wieder auf das vorherige Niveau zurück. Wachstum. Wegen der niedrigen Wurfzahl (im Durchschnitt 4-5) lagen die Körpergewichte der frischgeworfenen Jungkaninchen unseres Inzucht­stammes kaum unter den für die modernen Riesenrassen bezeichnenden Wer­te, da bei letzteren zur Zeit eine hohe Wurfzahl als Zuchtziel angestrebt wird. Vom 2. Monat an verlangsamt sich aber die Gewichtszunahme der Inzucht­tiere immer starker, während jene der jungen Riesen bis zum 7.-8. Lebens­monat mit fast unveränderter Geschwindigkeit weiter andauert (Abb. 3. ). Der Ablauf der beiden Wachstumskurven entspricht also jenen, die bei anderen klein-, mittel- und grosswüchsigen Rassen derselben Haustierart festgestellt worden sind (vgl. BRODY , 1945). Stoffwechselorgane. Das Gewicht sämtlicher Stoffwechselorgane, wie Leber-, Herz-, Lungen-, Nieren-, Magen-Gewicht usw. erweisen sich auch bei unseren Inzuchttieren einzig und allein von der Körpergrösse des Tieres bedingt zu sein (HERRE, FRICK und ROHRS, 1961; HERRE und ROHRS, 1973). Das Gewicht eines Stoffwechselorgans steht also im gleichen Verhältnis zum Körpergewicht bei einem Riesenkaninchen wie einem mittelgrossen Hauskanin­chen - unabhängig davon, ob das Tier ein Inzucht- oder ein random gezüchte­tes Tier sei. So besitzt z.B. der Allometriegerade für Herzgewicht-Körper­gewicht bei Riesen und mittelgrossen Rassen den gleichen Neigungswinkel (Abb. 4. ). Jene Gene also, die das grosse Körpergewicht bestimmen und die unsere Ausgangstiere (die zweifelsohne Belgische Riesen waren) besassen, mussten aiso infolge der Inzucht verloren gegangen, oaer - und dies scheint wahrscheinlicher zu sein - haben sie in dem immer mehr homozygot werden­den genetischen Hintergrund ihre spezifische Wirkung eingebüsst. Hirngewicht. Ein hohes, auch jenes der Wildform übertreffende Hirn­gewicht gehört ohne Zweifel zu einem der merkwürdigsten Merkmale der Rie­senkaninchen. Auch die von mittelgrossen Hauskaninchen durch Einkreuzung von Riesen erhaltenen Hybride, die in ihrem Körpergewicht (4,0 -4,5 kg) ihren kleineren Elternrassen überlegen sind, besassen oft auch grössere Ge­hirne (12-13 g) als die üblichen, reingezüchteten mittelgrossen Rassen. Die­ser Umstand scheint zu beweisen, dass das Hirngewicht auch innerhalb der Art in grösserem Masse vom Genotyp des betreffenden Tieres beeinflusst wird als die Stoffwechselorgane. Auch die beiden Gründertiere unseres Inzucht­stammes hatten grössere Gehirne (11, 50 bzw. 11, 65 g) als die üblichen mit-

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