O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 16. (Budapest, 1975)

Stohl, G.: Die Regelung der Fortpflanzungstätigkeit bei Mus musculus spicilegus (Petényi) 55-72. o.

spicilegus-Tieren eines Bestandes befindet sich immer ein einziges in Geschlechts­aktivität; alle übrigen verhalten sich wie geschlechtlich vollkommen inaktive Wesen. Völlig oder fast völlig ausgewachsene weibliche Tiere besitzen infantil erscheinende Gebärmutterhörner! Hört nun die Geschlechtstätigkeit dieses rangersten Weibchens aus irgendwelchem Grunde auf, so kommt das nächstfolgende Weibchen zur Fortpflan­zung. Unter den weiblichen Tieren eines isolierten spicilegus -Be Standes muss also eine streng festgelegte Rangordnung bestehen. Dass die in irgendwelcher Rang­ordnung eingenommene Stellung eines weiblichen Tieres auch die Geschlechtstätigkeit desselben bestimmen kann, geht aus zahlreichen an freilebenden Säugetieren gemach­ten Beobachtungen einwandfrei hervor. So fand z. B. MYKYTOWICZ (1961) bei aus­tralischen Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus LINNAEUS), dass während das rang­erste Weibchen innerhalb eines Bestandes jährlich 6 bis 7mal Junge warf und im Durchschnitt 56 % der geborenen Jungtiere aufziehen konnte, kamen die rangniedri­geren Weibchen jährlich höchstens 5mal zur Fortpflanzung und sie konnten nur etwa 30 % ihrer Jungen aufziehen. Abb. 2.: Die Grössenverhältnisse der Gebärmutterhörner bei den weiblichen Tieren aus einem männchenlosen Isolât 2. ábra: A méhszarvak nagyságviszonyai egy himnélküli izolátum nőstény egyedeiben Noch ähnlicher gestalten sich die Verhältnisse beim Afrikanischen Elefant (Loxodonta africana LINNAEUS) - trotz der enormen Grössenunterschiede . Dies geht mit aller Klarheit aus JOHANNS (1974) Bericht hervor: "Ein bisher noch nicht angesprochener Tatbestand scheint mir in diesem Zusammenhang besonders wichtig und bedeutungs­voll zu sein: es gibt auch unter Elefanten von Natur Junggesellen und alte Jungfern. Dass heisst, es ist keineswegs ausgemacht, dass sämtliche männliche und weibliche Tiere tatsächlich dazu kommen, sich ... sexuell auszuleben, dass jeder und jede dazu gelangt, Vater und Mutter zu werden" (p. 190). "... Zuweilen nämlich schei­nen die Stellungen der No.-l und No.-2-Kühe so überragend zu sein, dass der na­türliche Rhythmus des Heisswerdens bei schwächeren weiblichen Tieren irgendwie aussetzt: Sie werden gar nicht brünstig, locken also keinen Bullen an und werden zu 'alten Jungfern', wenn ihnen nicht der Zufall günstig ist, sei es, dass die Leitkuh durch Unfal oder Abschuss endet, ... " <p. 191).

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