O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 16. (Budapest, 1975)

Stohl, G.: Die Regelung der Fortpflanzungstätigkeit bei Mus musculus spicilegus (Petényi) 55-72. o.

Vertebr. Hung. XVI. 1975. Die Regelung der Fortpflanzungstätigkeit hei Mus musculus spicilegus PF^TÉNYI STOHjL, Gábor Naturwissenschaftliches Museum, Budapest ABSTRACT: In small isolated populations of the wild form of the Southeast Europaean house mouse (Mus musculus spicilegus PETÉNYI, 1882) origina­ting from one pair of founder animals there is no sign for a "crowding". Among the adult females of such isolated populations only one was in her reproductive phase, all the others were inactive. On the contrary, in con­fined populations of laboratory mice all of the adult females were sexually active, but in the overcrowded populations their litters have no chances for survival . Eine von Zeit zu Zeit wiederkehrende Massenvermehrung (Gradation) scheint bei vie­len wildlebenden Kleinsäugern eine regelmässige Erscheinung, eine sozusagen auf die betreffende Art bezeichnende Eigentümlichkeit zu sein. Es genügt, wenn an dieser Stelle nur die auch wirtschaftlich grosse Schaden verursachenden Massenvermehrun­gen bei der Feldmaus (Microtus arvali s PALLAS ) oder die in vieler Hinsicht noch immer rätselhaften Übervermehrungen der Lemmingé (Lemmus lemmus LINNAEUS) als Beispiele erwähnt werden. Vorübergehend können auch bei sonstigen Nagetieren Gradationen vorkommen, erreichen aber solche Ausmasse niemals wie bei den er­wähnten Arten. So gelang es z. B. in Ungarn SCHMIDT (1967, 1968) nachzuweisen, dass in den 60igen Jahren sowohl bei der Brandmaus (Apodemus agrárius PALLAS \ als auch der Zwergmaus (Micromy s minutus PALLAS) Übervermehrungen aufgetreten waren. Bei den wildlebenden Formen der Hausmaus (Mus musculus LINNAEUS, 1758) scheint aber eine Massenvermehrung nicht aufzutreten - wenigstens nicht regelmäs­sig. Die Ansiedlungsmöglichkeiten, die vom Menschen geschaffen worden sind, wer­den bei uns von Mus musculus spicilegus PETÉNYI, 1882 sofort ausgenutzt (vgl. PETRUSEWICZ und ANDRZEJEWSKI, 1963, ADAMCZYK und PETRUSEWICZ, 1966). Richtet man Vorratskammern ein, oder stellt man für gehegtes Wild Futterplätze auf, so erscheinen dort innerhalb von kurzer Zeit kleine isolierte spicilegus-Bestän­de. Die Individuenzahl dieser Isolaten kann unter Umstanden rasch zunehmen, aber innerhalb der Territorien einzelner Bestände haben wir bei spicilegus eine Massen­vermehrung nie beobachtet. Bei Labormäusen, sowohl bei Inzuchttieren als auch bei random-gezüchteten Tieren lässt sich aber eine Übervermehrung leicht erzielen, wenn die Tiere auf sich gelassen ungestört fortpflanzen können. Die Käfige werden fast woll mit den Tieren, endlich gibt es schon keinen Platz für sie, die Muttertie­re kümmern sich nicht mehr um ihre Jungen, welche sofort von den übrigen Mäusen aufgefressen werden (vgl. hierzu SOUTHWICK, 1955 a, b). Die Entartungserschei­nungen, die als Folgen der einhaltslosen Übervermehrung auftreten, wurden am überzeugendsten durch die an Ratten durchgeführten Zuchtversuche von CALHOUN

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