O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 16. (Budapest, 1975)

Stohl, G.: Die Regelung der Fortpflanzungstätigkeit bei Mus musculus spicilegus (Petényi) 55-72. o.

(1962) dargelegt. Es ist ein neuer Begriff in der Ethologie für diese verwickelten Entartungserscheinungen entstanden, nämlich das Wort "sink". Unsere eigenen Untersuchungen hatten eigentlich das Ziel, die Folgen des geneti­schen Driftes in künstlich geschaffenen Isolaten der südosteuropäischen Unterart der Hausmaus (Mus musculus spicilegus PETÉNYI, 1882) zu analysieren. Als aber am Ende unserer Versuche die gezüchteten Mäuse aufgearbeitet wurden, stössen wir auf unerwartete Unterschiede gegenüber den unter ähnlichen Bedingungen gezüchteten La­bormäusen. Es soll im folgenden über unsere diesbezüglichen fortpflanzungsbiolo­gischen Beobachtungen berichtet werden. MATERIAL UND METHODIK Sämtliche Zuchtversuche sind in der Versuchstierzucht der Abteilung für Tiergenetik des ehemaligen Instituts für Genetik der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (Budapest-Gödöllő) durchgeführt worden. Die Gründertiere aller künstlicher Isolate waren entweder frisch eingefangene und paarweise zusammegngestellte spicilegus - Exemplare - vor allem aus den Randgebieten Gödöllő -Máriabesnyő (Komitat Pest) (Lagerstätte, Stalle, Futtervorratskammern usw. ) oder Vollgeschwistertiere von den Nachkommen wild eingefangener Elterntiere. Zum Vergleich wurden Kreuzungstiere aus bestimmten Standard-Linien sowie Kreuzungstiere zwischen Labormäusen und spicilegus herangezogen. - Die Tiere wurden in Drahtkäfigen mit hölzernen Schulpf­kasten, die Labormäuse in Kunststoff-Wannen (mit Drahtgitter) untergebracht. ­Fütterung der Tiere: standardisiertes granuliertes Futter LATI für Mäuse und Rat­ten, zusätzlich etwas Hafer mit fettreichem Milchpulver; Wasser ad libitum. ERGEBNISSE Die als vorgesehene Gründertiere paarweise zusammengebrachten spicilegus-Tiere pflanzten sich regelmässig fort. Von den insgesamt 30 Isolaten treten nur bei 2 Stö­rungen auf und in diesen Zuchten war auch die Vermehrung der Tiere schnell zum Stillstand gekommen. In allen übrigen Isolaten ging die Fortpflanzung der Tiere un­behindert weiter - woraus wir den Schlussfolgerung ziehen glaubten, das bei Mus musculus spicilegus eine mit der Isolation unbedingt verbundene Inzucht verschiede­nen Grades keinen Zusammenbruch der Population zur Folge habe und dass es bei dieser Unterart kein Partnerwahl besteht, sondern dass die Tiere sich in "random mating" fortpflanzen (STOHL und CSONTOS, 1972). Weiterhin konnte beobachtet werden, dass Jungtiere in unseren spicilegus -Isolaten nur ziemlich selten geboren wurden - in einem Zeitabstand von ungef. 2 Monaten. Diese Beobachtung an sich schliesst selbstverständlich die Möglichkeit noch nicht aus, dass Jungtiere auch in der Zwischenzeit nicht geboren worden waren. Man könnte daran denken, dass die jungen Mausen sofort nach ihrem Geburt von den äl­teren Tieren aufgefressen wurden (wie später noch eingehender erörtert wird, sche-

Next

/
Oldalképek
Tartalom