O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 11/1-2. (Budapest, 1969)

Boros, I. ; Dely, O.: Einige Vertreter der ungarischen Zoologie an der Wende des 19.-20. Jahrhunderts und die wissenschaftshistorische Bedeutung ihrer Tätigkeit 3. István (Stephan) Bolkay (1887-1930) 33-126. o.

In dieser Lage wurde der Artillerieoffizier OTTO TOMMASINI am Ende des vorigen Jahrhunderts, und später ebenfalls ein hier dienender Artillerieoffizier GYÖRGY YEITH, am Anfang dieses Jahrhunderts, auf die herpetologischen Verhältnisse dieser Ge­biete aufmerksam. Sie wurden in kurzer Zeit zu gewissenhaften, auch literarische Tätigkeiten ausübenden Amateur-Herpetologen . Ihre Beobachtungen hinsichtlich der Lebensweise der Reptilien, insbesondere der Schlangen, erweckte das Interesse diesen ge­genüber noch mehr. Es ist also verständlich, dass diese Umstän­de, einerseits die Verhütung der Lebensgefahr bei Mensch und Tier, anderseits die sinnlose Vernichtung aller Schlangen, die durch Vertilgen von schädlichen Nagetieren auch nützlich sein konnten, - geschweige der wissenschaftlichen Bedeutung der Schlangenfrage - BOLKAY anspornten sich ebenfalls mit ihnen zu befassen. Bereits am Anfang der 20-iger Jahre, gleich nach Er­langen seiner neuen Dienststelle, begann er die Ökologie und Ethologie, besonders der giftigen Schlangen zu erforschen. Spä­ter, zusammen mit dem Etnographen des Landesmuseums von Saraje­vo VEJSIL ŐURŐIO befasste er sich mit der Bekanntmachung der wirtschaftlichen und volksgesundheitlichen Bedeutung dieser 81 Frage und sie schrieben gemeinsam , auch der Öffentlichkeit in zugänglicher Form, eine grössere Arbeit darüber. In mehreren kleineren, im Auftrag des Gesundheitsministeriums verfertigten Aufsätzen, beweist er, dass er nicht nur als Gelehrte an der Höhe seiner Wissenschaft steht, sondern, dass er auch ein äus­serst talentiertes pädagogisches Gefühl für populärwissenschaft­liche Arbeiten besitzt. Wie festgestellt werden konnte, waren es schon über 100 Publi­82 kationén,die seine wissenschaftliche Laufbahn krönten - zwei­fellos eine reiche Ernte innerhalb 23 Jahren seines der Wissen­schaft gewidmeten, manchmal stürmischen, schwere Prüfungen be­standenen Lebensweges - als er mit 43 Jahren plötzlich am 17. August 1930 seinem schöpferischen, produktiven Leben ein Ende machte. Im Kreise seiner Freunde rief bereits die blosse Todes­nachricht Bestürzung hervor was noch geisteigert wurde, als die Nachricht von dem vollzogenen greulichen Selbstmord eintraff.

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