O. G. Dely szerk.: Vertebrata Hungarica 11/1-2. (Budapest, 1969)

Boros, I. ; Dely, O.: Einige Vertreter der ungarischen Zoologie an der Wende des 19.-20. Jahrhunderts und die wissenschaftshistorische Bedeutung ihrer Tätigkeit 3. István (Stephan) Bolkay (1887-1930) 33-126. o.

In seinem Arbeitszimmer am Schreibtisch sitzend, sein Jagdge­wehr zwischen den Füssen haltend, wahrscheinlich den Lauf in den Mund genommen, zog er den Hahn, und zertrümmerte sich den Kopf bis auf einen zurückbleibenden Stumpf. Dies wurde in den mehrspaltigen Zeitungsartikeln der jugoslawischen Presse über den Selbstmord mitgeteilt woraus nicht nur Bestürzung und Teilnahme, sondern auch das Unverständnis s gegenüber der Selbs­o -z entleibung herausfühlen liess. Was konnte wohl der Grund ge­wesen sein, dass ein angesehener Wissenschaftler sich gerade den Kopf zerschmettert®^"? Und dies fragten sich auch seine Freunde und Kollegen zu Hause. Sein ihm am nähesten stehender und vertrautester Freund, FEJÉR­YÁRY,der sich auch in zwei Nekrologen von ihm verabschiedete®^, gibt als Grund für den Selbstmord in der deutschen Fachzeit­schrift Liebeskummer an. Nur aus dem in ungarischer Sprache er­schienenem Nekrolog geht hervor, dass der den seelischen Zusam­menbruch auslösende Grund die Folge bedeutend komplizierterer Einwirkungen war. Dem Selbstmord folgenden Tag sollte er den jugoslawischen Treueid ablegen, nachdem er 11 Jahre als ungari­scher Staatsbürger mit einem Vertrag die Beamtenstellung im Mu­seum besetzte; nach Ablegung des Eides hätte er aber als Anfän­ger - mit mehr als um die 'Hälfte weniger Gehalt - und in eine niedere Stellung eingereihter Beamter arbeiten können. Dies erschien für ihn offensichtlich ein unerträglicher Schlag gewesen zu sein. In seiner Heimat war kein entsprechender Platz für ihn - mit 43 Jahren,in den besten Jahren seines Daseins und auf der Höhe seiner Karriere angelangt ,besas s er auch diesbezüg­lich einen Niveau-Anspruch; die neue Situation verhinderte auch seine Heiratsabsichten; er fühlte sich heimatslos, ausgestossen und von den Ergebnissen seiner Tätigkeit beraubt. Da die Bürok­ratie, der Vermittlung seiner Freunde und Kollegen zum trotz, von der buchstäblichen Deutung der gesetzlichen Vorschriften nicht abweichen wollte, fühlte er sich auch in der neuen Heimat als Stiefkind behandelt und als überflüssiger Mensch. Weswegen so zu leben? Wozu weiter zu arbeiten und zu kämpfen? Erfüllt

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