Gábor Eszter: Die Andrássy Straße - Unser Budapest (Budapest, 2002)
■ Baboaay-Villa — 1905—1923 (Andrány út 129) Architekt, entfernte alles Originelle davon; die Fenster wurden vorschriftsmäßig zugeschnitten, der Giebel und die Eckkuppel abgetragen, das Dach gerade gemacht, die Keramikverzierungen abgeschlagen. Schließlich entstand daraus ein kühl eleganter, klassizisierender Palast. Gerade für eine Botschaft geeignet. Seit den dreißiger Jahren befindet sich darin die jugoslawische Botschaft. 1956 flohen Imre Nagy und seine Gefährten am 4. November hierher, von hier schaffte man sie dann nach Rumänien. Hier ist die Andrássy út nun zu Ende. Wenn wir schon so viel von den im Laufe der Zeit stattgefundenen Veränderungen gesprochen haben, so schickt es sich, auch Folgendes zu erwähnen: die Straße mündete ursprünglich nicht in die heutige — Platz genannte — Steinwüste, sondern direkt ins Stadtwäldchen. In der Achse des Weges stand am Rande des Wäldchens seit 1884 die Gloriette (eine Schöpfung von Miklós Ybl), welche als Fahnenstangenbasis diente. Dieses zu schlanke Bauwerk schloß die Straße visuell nicht ab, deshalb dachte man an einen monumentaleren Straßenabschluß. So gelangte an die Stelle der Gloriette, d. h. etwas weiter davon ins Wäldchen hinein, das Millenniumsdenkmal. Damals befand sich alldies noch im Stadtwäldchen, nicht im Dickicht, sondern auf einem gärtnerisch gestalteten Platz mit Bäumen, Gras und Blumen. Die Kunsthalle, dann das Museum der Bildenden Künste wurden ebenfalls ins Wäldchen gebaut, von Bäumen umgeben. Zum Eucharistischen Kongreß des Jahres 62