Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

Der Verfasser des bombastischen, überdekorierten Denk­mals ist unbekannt. Die Entwürfe entsprachen höchst­wahrscheinlich den sowjetischen Vorstellungen. Die Ko­sten des auf Bestellung der Kommandantur der Roten Ar­mee angefertigten Obeliskes hatte das Bürgermeisteramt der Stadt Budapest zu tragen. Bald begann zwischen den Ruinen wieder das Leben. Trotz der schrecklichen Zerstörung nahm der Wiederauf­bau mit unglaublicher Energie und Begeisterung seinen Lauf. Der Hauptstädtische Rat für Öffentliche Arbeit hatte schon im Dezember 1945 eine Ausschreibung für den Wiederaufbau der Hotelzeile am Donauufer veröffentlicht. Das Prinzip war folgendes:,Vor der Belagerung betrug die Anzahl der Hotelzimmer 633 (872 Betten). Wünschens­wert wäre jedoch, mindestens 1500 Zimmer zu bauen.“ Der Gedanke einer Führung der Straßenbahnschienen in einem Tunnel kam auch wieder auf. Verpflichtend war die Planung einer vierspurigen Autostraße am unteren Donau- kai. An der Ausschreibung nahmen namhafte Architekten des Landes teil. Unter den 72 Bewerbungsarbeiten gab es nur eine einzige (von Prof. Dr. Iván Kotsis), die eine Wie­derherstellung der originalen Hotelzeile zur Entwurfsbasis nahm, wenn auch in einer Variante mit Flachdächern. Die restlichen Arbeiten erträumten sich alle eine komplett neue, moderne Gebäudezeile ans Donauufer. Károly Wei- chinger plante südlich und nördlich des Vigadó térje drei, essentiell gleichförmige Hotels mit Flachdach und in ü- Form, deren Gesimshöhe mit dem neuzubauenden Re- doute-Gebäude übereinstimmte. Vor der Hotelzeile sollte eine breite Promenade entstehen, die Straßenbahn wäre hingegen unter der Straßenoberfläche gefahren. Um das Sowjetische Denkmal am Vigadó tér sollte ein schön gepflasterter Platz, ähnlich dem Heldenplatz im Stadt­wäldchen, entstehen. Die übrigen Entwürfe zeigten meist die Redoute überragende, höhere Gebäude am Donau­ufer. Der eine Preisträger der Ausschreibung, Vilmos Tár­nok, plante statt der separat stehenden Gebäude zwei rie­sige Hotels auf den Korso. (Diese Vorstellung erschien in den Plänen des Architekten József Finta zwei Jahrzehnte später wieder.) Neben ihrer Modernität bargen diese Pläne, mit heutigen Augen gesehen, leider die Gefahr der einför­migen üniformisierung späterer Wohnsiedlungen schon in sich. Später kam sogar die Idee auf, sämtliche beschädigte Gebäude der Hotelzeile abzutragen und hier Parks anzule­37

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