Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

Das Leben aüf dem Korso Mitte der dreissiger Jahre schoß des Grandhotels Hungária spielte von 1926 bis 1940 (bis zu seinem Tod) der bekannte Imre Magyari mit seinem Orchester. Wer sich die Preise des eleganten Re­staurants nicht leisten konnte oder nur einfach sich nach frischer Luft sehnte, konnte am Korso auf und ab spazie­rend - oder auch in einem der Buchwald-Stühle sitzend - der schönen Musik lauschen. Unter Einwirkung des ständig steigenden Verkehrs wur­den nun neue Kaffeehäuser eröffnet. Im Erdgeschoß des Gebäudes Vigadó tér Hr. 1 (Sitz der Ersten Ungarischen Allgemeinen Versicherungsgesellschaft) eröffnete Lajos Paulin 1931 auf der Seite zur Donau hin das bekannte Café Negresco (früher war hier das einstige Privorszky Kaffeehaus). Vom Frühjahr bis zum Herbst beschattete ei­ne riesige Markise die Terrasse, auf der die Gäste in Korb­sesseln bequem bei einer Tasse Kaffee sich unterhalten oder Zeitung lesen konnten. Imre Gundel bemerkte, daß der Schriftsteller Ferenc Molnár nur dann sein Bier trank, wenn der Besitzer Paulin es ihm persönlich eingeschenkt hatte. Abends spielte der Komponist Jenő Horváth am Klavier und sang seine Schlager dazu, von denen einige schon Anfang der vierziger Jahre im Radio erklangen, nach 1945 jedoch besonders beliebt wurden. Im gleichen Gebäude wurde 1934 auf der Seite zum Vigadó tér hin das elegante Lokal Prince of Wales er­öffnet, welches ebenfalls Lajos Paulin gehörte. Den Besit­26

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