Prohászka László: Der Donaukorso - Unser Budapest (Budapest, 1998)

verkehrte am 20. Oktober 1900 auf einer 1009 Meter lan­gen Strecke zwischen dem Petőfi tér und der Akademie. Die Aktiengesellschaft kaufte für diese Linie größere und tüchtigere Motorwagen von 30 PS. Ihre Farbe war gelb. (Die Hauptstädtische Straßenbahn Aktiengesellschaft be­trieb gelbe, die Budapester Straßenbahn Gesellschaft braun gefärbte Straßenbahnen.) Aus ästhetischen Gründen wur­de die Linie ursprünglich mit unterer Leitung errichtet, die zahlreichen Betriebsstörungen während des Winters mach­ten jedoch den Bau der noch heute verwendeten Ober­leitung notwendig. Eine aus Stein gemeißelte Brüstung und ein gußei­sernes Gitter trennte die Fußgänger von den Fahrgeleisen. Das Geländer sowie die dazugehörenden Kandelaber hat­te der bekannte Architekt Miklós Ybl entworfen - sie ersetz­ten das frühere neogotische Gitter von dieser Stellte. Im­mer wieder wurde die Straßenbahn angegriffen - sie sei zu laut und störe die Ruhe des Korsos. Für die Entwicklung des Donaukorsos war die Einwei­hung der Elisabethbrücke am 10. Oktober 1903 von gro­ßer Bedeutung. Bis zum Jahre 1926 war sie die Ketten­brücke mit der größten Spannweite auf der ganzen Welt. Sie wurde von der Entwerfergarde unter Aurél Czekelius in sechs Jahren erbaut und zurecht die Königin der Donau genannt. Die natürlichen Grenzpunkte des Korsos waren von nun an nicht mehr die beiden Standbilder (Eötvös und Petőfi), sondern die beiden herrlichen Brücken der Haupt­stadt: die seit 1898 den Namen Széchenyi tragende Ket­tenbrücke und die Elisabethbrücke. Natürlich blieb auch auf dem Redoute Platz (Vigadó tér) das Leben nicht stehen. Zu Beginn des Jahrhunderts ge­lang es dem neuen Mieter, dem Theaterdirektor und Schriftsteller Lajos Ewa, das Hangli und das dazugehörige Vigadó Café wieder in Schwung zu bringen. Das nördlichste Ende der Hotelreihe bildete das Grand­hotel Ritz. Es wurde zwischen 1910 und 1913 an der Stel­le des früheren Stein-Hauses ausgesprochen als Luxus­hotel erbaut (nach Plänen von Sándor Fellner im histori­sierenden Stil des Neobarock.) Das Hotel wurde am 17. Januar 1913 eröffnet und war ähnlich dem Hungária ein imposantes fünfstöckiges Gebäude, mit einer Einrichtung von luxuriöser Eleganz und Dienstleistungen von höch­stem Niveau. Kein Wunder, daß es bald international be­kannt wurde. Die Inneneinrichtung war nicht nur ge­schmackvoll, sondern ausgesprochen luxuriös. Sein Le­sesaal konkurrierte in seiner äußeren Erscheinung mit den 22

Next

/
Oldalképek
Tartalom