Gábor Eszter: Budapester Villen - Unser Budapest (Budapest, 1997)
tativen Räumlichkeiten im Erdgeschoß hatte der Architekt voneinander getrennt: zwischen Speisezimmer und Halle befand sich eine übliche Flügeltür, zwischen Halle und Empfangszimmer eine breitere Öffnung, wohl nur durch einen Vorhang getrennt. Rimanóczy hatte von den ineinander übergehenden inneren Räumen, welche bei Kozma vorkamen, abgesehen. Bei der Planung der Terrassen und des Gartens hingegen hatte er von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, hatte somit neue Möglichkeiten des Villenbaus in Ungarn aufblitzen lassen. Eine der attraktivsten Besonderheiten des Landhauses zu Beginn des Jahrhunderts in Deutschland war eben diese konsequente Verknüpfung zwischen Innerem und Äußerem. Dort war damals sogar vorgeschrieben, welcher Teil des Gartens vor welchem Zimmer sein mußte (z. B. der Rosengarten vor dem Boudoir). Die Baukörperkomposition der Rimanóczy-Villa in der Pasaréti út war bewegt durch die Terrassenbrüstungen vor der Fassade, die Gartenstützmauer, die Wandflächen des Wintergartens, trotzdem wurde dieses Gebäude mit seinem Flachdach und den weißen Mauern zur Kategorie der „weißen Würfelhäuser“ gezählt, genau wie die vorher erwähnten Villen von Kozma, Molnár und Fischer. An der Wende der dreißiger-vierziger Jahre wurden noch einige größere, elegante weiße Villen gebaut, wie z. B. die Jaritz- Villa in der Baba utca (József Fischer, 1941/42) und die Rassay-Villa in der Gárdonyi Géza utca (József Fischer, 1941/42); die Dominanz der Würfelhäuser wurde jedoch schön langsam von Gartenhäusern mit hohen Dächern und traditionellen Formen und Proportionen verdrängt. Diese Krise der modernen Architektur ist nicht eine ungarische Erscheinung, war auch nicht aus den inneren Darányi Ignác (heute Hankóczy Jenő) utca 17-19. 59