Gábor Eszter: Budapester Villen - Unser Budapest (Budapest, 1997)

Problemen der Architektur entstanden. Die Diktaturen des 20. Jahrhunderts standen von Anfang an mit der moder­nen Kunst im Konflikt - so auch mit der Architektur. Nach der Machtergreifung Hitlers wurden dem Internationalis­mus der weißen Würfelhäuser im öffentlichen Bau die neo­klassizistische Monumentalität, beim Bau von Wohnäu- sern der nationale Traditionalismus entgegengestellt. Die Wirkung dieser Stiländerung zeigt sich auch in den unter deutschem Einfluß stehenden Ländern. Eine ähnliche Ver­änderung hatte auch in der Sowjetunion stattgefunden, Lukóy-Villa II., Battai út 12/A Villen hatte man jedoch hier nicht gebaut. In Ungarn nann­te man die neue Tendenz mit Vorliebe volkstümlich, sie hat­te jedoch ebensowenig mit der ungarischen Volksarchitek­tur gemein wie mit dem deutschen Heimatstil, ünter dem Einfluß dieser Richtung wurden zwischen 1939 und 1940 großangelegte elegante Villen mit zwei Wohnungen in der Darányi Ignác utca (heute Hankóczy Jenő utca) 17. und 19. von dem Architekten László Miskolczy gebaut, ebenso 1938/40 von dem schon erwähnten Gyula Rimanóczy in der Battai út 12/A. Pál Virágh, der 1930/31 in Stuttgart als Stipendiat weilte, war direkter und tiefgehender von dieser Richtung beeinflußt, sie wurde für sein ganzes architek­tonisches Wirken bestimmend. Sein Haus in der Lepke ut­ca 3. ist die architektonische Offenbarung des Nach-Innen Gekehrt-Seins. Die 1941/42 gebaute Villa von György Rácz in der Áfonya utca 10. paßte sich ebenfalls der neuen Ten­denz an, in der Baukörpergestaltung ist jedoch stärker der Einfluß des Villenbaus der vorhergehenden Jahre zu spüren. 60

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