Gábor Eszter: Budapester Villen - Unser Budapest (Budapest, 1997)

Die Villen der Napraforgó utca vom Ördögárok (Teufelsgraben) aus gesehen im Jahre 1931. Von links: Haus Nr. 11., Nr. 13. und Nr. 15. (László Vágó, György Masireuich d. J., Ligeti und Molnár). Halle). Von den ein halbes Jahrhundert in Ungarn üblichen Villenformen unterschieden sich diese nur dadurch, daß die Nebenräumlichkeiten nicht mehr im Souterrain waren. Beachtenswert ist die Tatsache, daß zwischen dem ultra- konservativen Gyula Wälder und den ultra-avantgardisti­schen Architekten Pál Ligeti und Farkas Molnár bezüglich der Grundrß-Lösungen viel kleinere Unterschiede bestan­den, als man ihren voneinander abweichenden Ideen und der äußeren Erscheinung der Gebäude nach hätte erwar­ten können. Trotzdem ist der Unterschied nicht unbedeu­tend: das Architektenpaar Ligeti-Molnár oder József Fi­scher konnten auf sechzig bis siebzig Quadratmetern jede Funktion der Wohnung sichern, Wälder hingegen brauch­te neunzig Quadratmeter dazu. Interessant ist auch, daß - was früher nur in großen Vil­len vorgekommen war - in zwei Villen ein zweigeschossi­ges Wohnzimmer (Halle) gebaut wurde, welches großzü­gigere, reichere Raumverbindungen ermöglichte. In der Vil­la von László Vágó (Napraforgó utca 13., heute 11.) führ­te aus dem Wohnzimmer eine einarmige Treppe auf den Gang im ersten Stock, dessen Hälfte - als Frühstücksraum - die Galerie des Wohnzimmers bildete. In der Ecke des Zimmers spendete ein riesiges, 2x18 geteiltes Eckfenster, welches sich von der Höhe der Brüstung im Erdgeschoß bis zum Sturz im ersten Stock hinzog, Licht. In der Villa György Masirevichs d. J. (Napraforgó utca 15., heute 13.) lief die zweiarmige Treppe des Wohnzimmers im Stock in geschwungener Linienführung in die Galerie über, der in L- Form, vom Balkon ausgehend sämtliche Räumlichkeiten im 45

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