Radó Dezső: Parks und Wälder - Unser Budapest (Budapest, 1992)
Ausflugsort. Angeblich sang im Jahre 1840 - wie das auch eine Gedenktafel beweist - an dieser Stelle unter einer alten Buche, die im Juni 1927 umstürzte, die in ganz Europa berühmte Opernsängerin des Nationaltheaters, Frau Schodel, géb. Rozália Klein, die große Arie der Oper „Norma" von Bellini. Daher kommt der Name des Ortes. 1962 wurde eine junge Buche an dieser Stelle zur Erinnerung an den alten Norma-Baum gepflanzt, neben dem steht eine Gedenktafel mit Gedichtzeilen eines ungarischen Dichters unseres Jahrhunderts, Gábor Devecseri. Man muß vom Vorfahren der jetzigen alten Buche wissen, daß er nach der Tradition der Zeit von König Matthias gepflanzt und 450 Jahre alt wurde. Das ist nicht verwunderlich, denn Bäume leben lange, wenn man sie läßt. Auch im Winter ist Normafa ein Erholungsort der die Möglichkeit bietet, Sport zu betreiben. Der Rodelbahn und der Skipiste entlang kann man die schöne Fortsetzung des Normafa Abhangs, das Harang-Tal, erreichen. Die gelbe Markierung führt den Wanderer an der Kos- suth-Statue und am Restaurant Disznófő vorbei bis zur Endstation der Buslinie 28, von der man innerhalb einer halben Stunde bis zum Verkehrsknotenpunkt Moszkva-Platz fahren kann. Der nördliche Abhang des Sváb-Bergs ist wegen seiner günstigen Lage das Land der Buchen. Die Bäume stellen auf dem 1 ha großen Gebiet während der Vegetationszeit, die bei uns 170 Tage dauert, 81 Sauerstoff her und verwandeln 10-11 t Kohlendioxyd in Sauerstoff. Durch ihre Transpiration wird die Luft im Sommer abgekühlt. Diese kühlere Luft fließt in die Stadt und die in der Stadt heiß gewordene und so leichtere Luft wird durch die kühlere ersetzt. Durch diese Bewegung wird der Sand aus der Stadt entfernt. Von Normafa in südlicher Richtung an Csillebérc und am Touristenhaus vorbei führt uns der Weg auf den Frank-Berg zu den interessanten Piktorziegelhöhlen. Von Normafa aus kommt man den grünen oder gelben Markierungen folgend in das schöne Makkosmáría. Dieses im westlichen Teil des Sváb-Bergs liegende Tal bei Budakeszi, dessen Gestein Mergel enthält, hat eine schöne Kirche und ein Touristenhaus. Die römisch- katholische Kirche ließ Miklós Zichy im 18. Jh. für Trinitarier bauen. Der Name „Makkosmária“ (Maria mit Eichel) kommt daher, daß es in der Nähe reiche Eichenwälder gibt. 41