Adamkó Péter - Dénes György - Leél-Őssy Szabolcs: Die Höhlen von Buda - Unser Budapest (Budapest, 1992)
auch das Quellgebiet. Das aus der Tiefe hervorbrechende warme Wasser drang nicht mehr durch die mancherorts mehr als zehn Meter dicke, früher abgelagerte Kalktuffdecke nach oben, sondern es suchte sich neue Gänge in den unteren Schichten: dort, wo die Grenze des Mergels und des darauf liegenden Kalktuffs liegt. Diese Gänge führten zur neuen Quelle, die tiefer lag als die frühere. Im Laufe der Jahrhunderte sind von Menschenhand immer wieder Eingriffe vorgenommen worden (Durchbrüche, Vermauerungen, Erweiterungen und ümgestaltungen). Daher ist heute nicht mehr mit Sicherheit festzustellen, wie weit sich die natürlichen bzw. die von menschlicher Hand ausgestalteten oder erweiterten Gänge ausbreiteten, welche Gänge ursprünglich miteinander zusammenhingen und wo künstliche Durchgänge zwischen den natürlichen Höhlen und Gängen hergestellt wurden. Ottokár Kadic grub in der Burghöhle die Steinwerkzeuge einer der ältesten Kulturen aus. Diese Kieskultur ist etwa gleich alt wie die Kultur von Vértesszőlős. Die Steinwerkzeuge gelangten vor 300 000 bis 400 000 Jahren in eine Vertiefung des Kalktuffs, als es dort noch keine Höhle gab. Die Kalkablagerungen stammen vom warmen Wasser der nahegelegenen Thermalquelle. Damals floJ3 das Wasser noch an der Erdoberfläche ab. In der Nähe des warmen Wassers hielt sich der Mensch des Paläolitikums gerne auf. Nach diesem Werkzeugfund (Kadic erkannte dessen Alter noch nicht) gab László Vértes auch dem in Vértesszőlős erschlossenen Kieswerkzeugmacher-Gewerbe des Paläolitikums in Ungarn den Namen Buda-Gewerbe, Buda-Kultur. Wahrscheinlich entdeckte im Mittelalter die Bevölkerung die Höhlen des Burgberges, als sie beim Ausgraben der Brunnenlöcher an mehreren Stellen in der Kalktuffdecke des Berges auf die Gänge stieß. Diese Gänge wurden später miteinander verbunden und erweitert; vielleicht hat man aus ihnen auch für Bauzwecke Steine gewonnen. Man hat Treppen gebaut und die Gänge jahrhundertelang als Keller und bei Belagerungen als Zufluchtsort benützt. Die Gesamtlänge der Gänge dieser teils natürlichen, teils künstlichen Höhle beträgt etwa 10 Kilometer. In den dreißiger Jahren hat man in einigen Sälen des Höhlensystems ein Museum für Speläologie eingerichtet und einige Abschnitte für den Fremdenverkehr freigegeben. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Höhle zu einem 20