Adamkó Péter - Dénes György - Leél-Őssy Szabolcs: Die Höhlen von Buda - Unser Budapest (Budapest, 1992)

Luftschutzkeller umgebaut. Der Keller verblieb auch nach dem Krieg jahrzehntelang in der Verwaltung der Luftschutzbe­hörden, in einigen Sälen wurde ein Luftschutznotlazarett ein­gerichtet. Ein anderer Abschnitt wurde mehrere Jahre lang dem Fremdenverkehr freigegeben. Zur Zeit ist die Höhle größten­teils gesperrt und findet keine Verwendung. In einem Ab­schnitt können Wachsfiguren besichtigt werden, die histori­sche Szenen darstellen. Die Szemlö-hegyi-Höhle Diese Höhle wurde als zweit größte Höhle von Buda entdeckt. Ihre Entdeckung erweckte 1930 möglicherweise ein noch größeres Aufsehen als die ein Vierteljahrhundert früher erfolg­te Entdeckung der Päl-völgyi-Höhle. Bei der Szemlö-hegyi- Höhle handelte es sich nämlich um die erste wirklich typische, zweifellos hydrothermale Höhle. Den Beweis dafür lieferte in erster Linie der phantastische Reichtum an mineralischen Ausscheidungen. Die Entstehungsweise stimmt im wesentlichen mit jener der Päl-völgyi-Höhle überein, deren eindeutig hydrothermale Herkunft jedoch lange Zeit nicht erkannt wurde, ln der ersten Jahrhunderthälfte ließen selbst die größten Fachautoritäten nur soviel gelten, daß an der Entstehung der Päl-völgyi-Höhle das Thermalwasser möglicherweise eine Rolle gespielt hatte, doch später sei es „das zuströmende kalte Niederschlagswas­ser, das die Gänge erweiterte“. Obwohl die Päl-völgyi-Höhle weder ein Einzugsgebiet noch einen Schlundbach besitzt, wird die Rolle des kalten Wassers bei der Ausweitung der Höhle selbst heute noch betont. Dieser Irrtum hat vielleicht mit den mancherorts Vorgefundenen Korrosionsflächen mit Wasser­abflüssen zu tun. Im Fall der Szemlö-hegyi-Höhle bedeuteten gerade die Warmwasserminerale, in erster Linie aber die in unglaublich großer Menge vorhandenen „Erbsensteine“ die wissenschaft­liche Sensation. Die Entdeckung wurde möglich, indem während der Stein­gewinnung auf dem Grundstück zufällig eine kleine Höhle aufgebrochen wurde. Die Arbeiter warfen Steine in den Spalt hinunter und stellten überrascht fest, daß die Steine noch lange Zeit weiterrollten. Der Besitzer des Grundstückes be­nachrichtigte den Budapester Touristenverein der Universität. Die Höhlenforscher des Vereines konnten bei ihrem ersten 21

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