Nemes János: Heilendes Budapest - Unser Budapest (Budapest, 1993)

Budapest - die Stadt der Bäder

Budapest - die stadt der bäder Wie allgemein bekannt, ist Budapest eine wahre Bäderstadt, einzigartig unter allen Hauptstädten der Welt. „Es gibt keine andere Stadt für den Strenggläubigen, wel­che eine solch große Vielfalt an sprudelnden Quellen hätte, die für jede Krankheit Heilung spenden“ - schreibt der nam­hafte mittelalterliche türkische Reisende Evlia Cselebi über Buda. Ein Schriftsteller des 16. Jahrhundert schreibt, daß man in Buda so heißes Quellwasser findet, in welchem ein Schwein garkocht, bis sich den neben ihm plantschenden Fischen die Haare - genauer die Schuppen - nicht einmal biegen. Wenn das auch etwas übertrieben ist, wie auch der Bericht aus dem Mittelalter, demnach aus einer der Budaer Quellen Wein fließt, so entspricht es doch der Wahrheit, daß Pannonien, das altertümliche Ungarn der Lieblings-Heilbäderplatz der Römer war. Es lohnt sich in Óbuda, die in der Unterführung der Árpád-Brücke aufbewahrte und ergänzte Ausstellung, der Re­ste eines Soldatenbades aus der Römerzeit anzuschauen. Während dieser Zeit war es die größte Heilquelle der Umge­bung. Bis zum heutigen Tag sind die Pfeiler der altertümli­chen Wasserleitung erhalten geblieben, sie sind in dem Trenn­streifen der Straße plaziert, die Szentendre mit Budapest verbindet. Später im Mittelalter, unter der 150jährigen Herrschaft der türkischen Besatzer, baute man noch zahlreiche Bäder, die meißten von ihnen sind noch immer in Betrieb. Sie befinden sich hauptsächlich entlang des Budaer Donauufers (Lukács, Király, Rác fürdő usw.). Die zusammen 80 Budapester Heilquellen spenden den Heilbedürftigen täglich 70 Millionen Liter Wasser, das nach Meinung von Experten reich an Mineralstoffen ist. Sein 20-76 °C warmes Wasser weist einen hohen Gehalt an Kalzium, Magnesium, Natrium, Hydrogenkarbonat, Chloriden und Sul­fat auf. Es gibt auch Quellen mit sehr hohem Jod-, Fluor-, Brom- und Radiumgehalt. Die kürhotels Das Heilbad des Gellérthotels Es befindet sich im Mittelpunkt der Stadt, am Budaer Brük- kenkopf der Szabadság-Brücke, am Fuße des Gellért-Berges. An diesem Ort stand schon im 13. Jahrhundert ein Kranken­haus, dessen Patienten im herausquellenden Wasser gebadet haben. Natürlich bauten auch die Türken hier ihr Bad, in dem sich Paschas und Beys ihre Rendezvous gaben. Im 18. Jahr­hundert nannte man es das Jungfrauenbad (angeblich be­35

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