Gerle János: Paläste de Geldes - Unser Budapest (Budapest, 1994)

de übernommen; hier befand sich früher das Arbeitsmi­nisterium. Die Agrobank AG hat in einem späten soz- realen Bürohaus in der Böszörményi út Platz bekom­men, die Realbank AG in einer Villa in der Andrássy út. Innerhalb dieser Vielfalt ist es wohl ein politisches Kurio­sum, daJ3 die Filiale der österreichischen Creditanstalt sich im einstigen Hauptquartier von Mátyás Rákosi, in einem eklektizistischen Palast der Jahrhundertwende in der Akadémia utca befindet, der auch als Sitz der ünga- rischen Kommunistischen Partei gedient hatte. Ein archi­tektonisches Kuriosum ist hingegen die neue Zentrale der Allgemeinen Effekten-Bank AG, die durch den (Um­bau des alten Betriebsgebäudes der Hauptstädtischen Elektrizitätswerke entstanden ist. Während der Bauar­beiten (Architekten: Tibor Várady und Zoltán Györgyi; Innenarchitektin: Zsuzsa Székelyi) ist es gelungen, die wertvolle Art deco-Fassade aus dem Jahre 1930 (ent­worfen von Dénes Györgyi und Ernő Román) zu bewah­ren. 3. Zahlreiche Banken, vor allem kleinere Filialen, werden in den Handelszentralen, die nacheinander in den achtziger Jahren gebaut wurden, untergebracht. Als erstes wurde das World Trade Center in der Váci utca gebaut (Architekten: József Finta und Gyula Cziz- mar), welches zum funktionellen und stilistischen Vor­bild der späteren Bürohäuser wurde. Die 1979 gegrün­dete Central-European International Bank erhielt in dem noch vor dem Trade Center gebauten Wohn- und Geschäftshaus Platz, welches nach Plänen von György Vedres die Modernisierung der Passagen, Durchgänge und Geschäftshöfe in der Váci utca einleitete. Zahlreiche Banken funktionieren im East-West Center (Architekt: Lajos Zalaváry) gegenüber vom Hotel Astoria, einige auch im Alag Center in der Hegyalja út (Architekten: Csaba Virág und Árpád Marillái). 4. Einige kleinere Banken befinden sich in umgebau­ten ehemaligen Geschäften oder Restaurants. Ein Bei­spiel ist die Konsumbank AG im einstigen Selbstbedie­nungsrestaurant neben dem Westbahnhof oder die Merkantil Wechsel- und Vermögensinvestition Bank AG (József Attila utca 24.) anstelle der einstigen Ungari­schen Königlichen Apotheke im späteren Dordrecht Versicherungsgebäude. 5. Neue Gebäude. Es handelt sich meist um Gebäu­de mit einer repräsentativen Fassade, die innerhalb einer geschlossenen Reihe städtischer Bebauung sozu­sagen eine Lücke füllen. Bei ihnen spielen meist die Materialien und Farben der Fassade sowie je ein Motiv 66

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