Gerle János: Paläste de Geldes - Unser Budapest (Budapest, 1994)

Ende der siebziger Jahre öffnete sich der Weg sowohl für die Qualität als auch für den Pluralismus des Ge­schäftslebens. Es begann mit der Eröffnung anspruchs­vollerer Filialen der Landessparkasse (OTP), und es war wohl kein Zufall, daß dies zur gleichen Zeit mit dem Erscheinen international interessierter Geldinstitute (zuerst mit sehr begrenzter Tätigkeit) in Ungarn ge­schah. Es mu ßte noch ein weiteres Jahrzehnt vergehen, bis die ausländischen Geldinstitute mit vollständigen und öffentlichen Dienstleistungen auf dem ungarischen Markt erschienen. Parallel dazu wuchs auch die Anzahl der einheimischen Banken bedeutend, und ihre Eigen­tumsform verwandelte sich ebenfalls. Die heutige Bank­liste umfaßt etwa siebzig Geldinstitute, zwei Drittel da­von sind jedoch meist Zweigstellen ausländischer Ban­ken. Die Bankbauten der letzten fünf-sechs Jahre können in mehrere Haupttypen eingeteilt werden: 1. Gänzliche Renovierung mit Denkmalcharakter von schlecht erhaltenen innerstädtischen Wohngebäuden aus dem vorigen Jahrhundert. Die Funktionsänderung bietet die Möglichkeit, wertvolle Gebäude zu retten, gleichzeitig geht dies jedoch mit größeren Cimänderun- gen einher, mit eventuellen grundlegenden Verände­rungen ihres Charakters. (Die Credit Lyonnais hat das 1833 von Lőrinc Zofahl entworfene klassizistische Denkmalsgebäude am József nádor tér 7. renoviert, auf der anderen Seite das Platzes hat die Postbank das einstige Blumenstöckl-Haus aus derselben Zeit er­neuert. Ecke Andrássy út und Káldy utca hat die Inter­national Nederlanden Bank ihren Sitz in den früheren Palast von Nr. 9 eingebaut; wo früher der Hof war, wurde mit der Formenwelt der modernen holländi­schen Architektur ein mehrstöckiges, interessantes überdachtes Atrium ins Leben gerufen. Der Sitz der Budapest Bank in der Honvéd utca ist ein späteklektizi- stisches, renoviertes Gebäude.) 2. Inbesitznahme früherer institutioneller Zentralen (in manchen Fällen finanzieller Funktion) mit kleineren oder größeren Clmänderungen. (Die schon erwähnte Finanzzentrale hat die (Jngarische Kreditbank von der Landessparkasse übernommen, hat im Inneren einen nagelneuen Kassensaal angelegt. Die (Jngarische Kre­ditbank benützt auch das in den siebziger Jahren er­richtete Gebäude der einstigen Zentrale des Kommuni­stischen Jugendverbandes am üjpester Kai. Die Inter- Europa Bank AG hat den Palast am Szabadság tér Nr. 15 aus der Zeit der Bebauung um die Jahrhundertwen­65

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