Gerle János: Paläste de Geldes - Unser Budapest (Budapest, 1994)
So wird das Geld hergestellt - aüf der Fassade der Notenbank. Relief von Károly Senyei das Gebäude schon von außen seinen Zweck verkünden solle. Das Gebäude der Zentrale des Finanzinstitutes zeigt nicht, daß es ein öffentliches Gebäude ist und die Residenz des Geldes. Es sieht eher wie eine Tabakfabrik, ein großes Staatsgefängnis, bestenfalls wie ein kahles Mietshaus aus. (Béla Kende in der Zeitschrift Művészet) Dem obigen Zitat nach war also die Repräsentation des Geldes im allgemeinen Geschmack mit historischen Stilformen verbunden. So bleibt als letzte Frage: verkörpern die Bankbauten von heute, von denen wir schon in der Einleitung sprachen, eine neue Formensprache als neues Mittel der Selbstdarstellung? Fast ein dreiviertel Jahrhundert der Pause auf dem Gebiete des Baus von Bankgebäuden geht nun mit der fieberhaften Bauwelle der letzten Jahre zu Ende. Genauer: natürlich wurden zahlreiche kleinere und größere Zentralen und Filialen für das als Staatsmonopol bestehende Bankennetz errichtet, sich auf sogenannten Funktionalismus berufend, standen diese jedoch im Zeichen der vollständigen Anspruchslosigkeit (das einzige Repräsentationsmittel war die Verbalität des Firmenschildes). Pseudoreklamen wahrten den Schein der Wählbarkeit der staatlich gesicherten Grunddienstleistungen: Am Wege immer da Ist stets die Sparkassa. 64