Juhász Gyula - Szántó András: Hotels - Unser Budapest (Budapest, 1999)

bäude gab es 34 Einzimmer- und 8 Zweizimmer-Appar­tements. Alle verfügten über eingebaute Schränke, eine Kochnische und Badezimmer. Die elegante, weite, auch heute noch modern wirkende Vorhalle und das Treppenhaus sind beispielhaft. In jedem Stockwerk gab es zwei Gesellschaftsräume. Speiselifts machten es möglich, daß die im Erdgeschoß in der Küche ge­kochten Gerichte in den Zimmern der Pensionsgäste serviert werden konnten. Entsprechend dem Charak­ter eines Mietshauses wurden den Gästen des Hotels außer Verköstigung auch andere Dienstleistungen zu­teil. Von 1938 bis 1943 diente das Haus seiner ursprüngli­chen Funktion. Ende des Krieges wurde es zum Waisenhaus für jüdische Kinder, anschließend fast vier­zig Jahre lang Parteihotel und parteipolitisches Fort­bildungsinstitut. Seit 1990 funktioniert es nun wieder als Hotel - und zwar unter dem Namen CENTRAL Ferienhotels Die Wirtschaftskrise vom Ende der dreißiger Jahre so­wie die Vorboten des nahenden Krieges hatten auch auf den Budapester Fremdenverkehr keine günstige Wirkung. Immer weniger Ausländer besuchten die Hauptstadt. Gleichzeitig nahm, als Resultat des wirt­schaftlichen und touristischen Programms des Landes, der bisher unbedeutende einheimische Tourismus er­heblich zu. Die Mittelklasse war gezwungen, auf ihre Auslandsreisen zu verzichten und innerhalb des Lan­des Erholung und Abwechslung zu suchen. Die Preise der einheimischen Luxushotels waren für sie uner­schwinglich, so suchten sie eher die Ferienhotels auf. Der Schwabenberg (Svábhegy) bzw. der Széchenyi- Berg (Széchenyi-hegy) waren schon in den Jahren der Jahrhundertwende ein beliebter Ausflugsort der Buda­pester. Das immer dichter mit klassizistischen und roman­tischen Villen bebaute Hügelland zeigte sich auch für den Bau von Ferienheimen und Pensionen geeignet. Der Schwabenberg-Verein erkannte alsbald die ge­schäftlichen Chancen und begann mit dem Geld von Kleinanlegern und Privatpersonen finanzierte Bautätig­keiten. Das sogenannte Gemeinschaftshaus-Gesetz aus den dreißiger Jahren machte es möglich, daß die zu­künftigen Besitzer die gekauften Wohnungen oder 47

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