Juhász Gyula - Szántó András: Hotels - Unser Budapest (Budapest, 1999)
gut funktionierendem Speiselift, für jene Gäste, die mehrmals täglich Verköstigung in Anspruch nehmen wollten. Bedienung, Aufräumen, Wäsche absolvierte das Personal rund um die ühr. Auf jedem Stock gab es auch einen Gesellschaftsraum, Lese- und Radioraum sowie eine Telephonzelle. Im Erdgeschoß gab es - wo sich heute das Rózsadomb-Restaurant befindet - ein Café-Restaurant, mit Terrasse und Garten für die eigenen und auch die auswärtigen Gäste. Das feine, elegante, vom Kunstgewerbler Károly Bodon entworfene Lokal wurde alsbald ein beliebter Treffpunkt der vornehmen Budapesten Nicht zuletzt war das auch dem Pächter des Restaurants, József Lakatos zu verdanken, der 10 Jahre lang Leibkoch des Reichsverwesers Horthy gewesen war. Abends spielten bekannte Salon- und Jazzorchester, unter anderem das Jazztrio von Kálmán Szabó, der bekannte Ziehharmonikavirtuose Mihály Tabányi und sein Ensemble. Nach dem Krieg konnte das Publikum sich dann am Klavierspiel des bekannten Komponisten Mihály Eisemann ergötzen. Ein ständiger abendlicher Gast des Cafés war der im Nachbarhaus wohnende bekannte Schriftsteller Jenő Heltai. Nachdem sie den Krieg ziemlich gut überstanden hatte, war die beliebte Budaer Pension noch bis Ende der vierziger Jahre in Betrieb. Entsprechend der Wohnungspolitik der fünfziger Jahre wurden die Wohneinheiten auf grobe und schäbige Art in Mietwohnungen und CJntermieten aufgeteilt; die ursprüngliche Funktion des Gebäudes geriet ganz in Vergessenheit. Die in den letzten Jahren in mehreren Phasen renovierte Gebäudegruppe sticht auch heute noch durch ihr anspruchsvolles architektonisches Niveau aus ihrer Umgebung hervor. Das erste Pester Hotel-Mietshaus wurde an der Stelle einer alten Schule gebaut (VI., Munkácsy Mihály utca 5-7). Es wurde 1938 eröffnet und ist eine der gelungensten Arbeiten von Alfréd Hajós, dem Entwerfer das Nationalen Schwimmbads. Das Gebäude im reifen Bauhaus-Stil paßt mit seiner einfachen Form harmonisch in die Umgebung. Die durch Balkoné rhythmisch durchbrochene längsseitige Fassade wird an beiden Enden von halbkreisförmig hervorstehenden Eckrisaliten abgeschlossen. Im Ge46