Szablyár Péter: Schritt für Schritt - Unser Budapest (Budapest, 2010)
Der Schauplatz der Europa-Schwimmmeisterschaften war nach jahrelangem Tau- ziehn entstanden: Das Hajós Alfréd Sportschwimmbad wurde erweitert und heißt heute Hajós-Alfréd-Széchy-Tamás Sportschwimmbad. Unter seinen eigenartigen architektonischen Lösungen sticht das Sprungturm-Becken hervor, vor dessen Windschutz-Glasmauer eine achtarmige Treppe in die Höhe führt. Bahnhöfe — Treppen — Züge Die Budapester Zentralbahnhöfe nahmen - als Knotenpunkte des landesweiten Eisenbahnnetzes - im Leben der vereinten Hauptstadt einen bestimmenden Platz ein. Obwohl zur Zeit der Vereinigung von Buda und Pest der Schiffsverkehr auf der Donau recht bedeutend war, kamen die Waren und die Reisenden vor allem mit dem Zug in die Hauptstadt. So waren die Bahnhöfe sozusagen die Tore des ländlichen Ungarn und der umgebenden Welt, mit einem dessen würdigen Äußeren. Schon ihr Name zeigte meist ihre Orientierung. (Der Nordbahnhof kam jedoch nicht zustande, der 1861 fertiggestellte Südbahnhof hingegen erhielt den Namen der Südbahn, deren Züge dort verkehrten.) Die Treppen des Südbahnhofs einst und heute Seinen heutigen Namen erhielt der Hauptbahnhof Budas 1873. Während des Baus war sein Standort lange umstritten: Einflussreiche Getreidehändler hätten ihn des leichteren Warenumladens wegen lieber am Donauufer gebaut - die Bewohner der Christinenstadt aber wollten ihn so weit wie möglich vom bewohnten Gebiet haben. Es gab auch einen Plan, den Westbahnhof durch eine Eisenbahnbrücke — die am Ort der heutigen Margaretenbrücke hinübergeführt hätte — mit dem Südbahnhof zu verbinden. Schließlich siegten die Anhänger des heutigen Standorts. (Während der Grundsteinlegung im Jahre i860 wurde in die Treppe neben der westlichen Stützmauer des Bahnhofs ein Zinnzylinder plaziert, der 1974 beim Abtragen der Stützmauer gefunden wurde. Heute befindet er sich im Ungarischen Museum für Technik und Verkehr.) Die geographisch hervorgehobene Lage des Bahnhofs wird bestimmt durch die bedeutende Höhendifferenz zwischen dem Schienenpaar, welches durch den Gellértberg-Tunnel (gebaut 1861) führt, der Höhe über dem Meeresspiegel des Güterbahnhof-Schienennetzes und der Umgebung (Vérmező, Ördög-árok). Der Bahnhof selbst bestand aus einer großen Holzhalle, in welcher sich vier Geleisepaare befanden. Zum Vérmező hin war die Abfahrt-Seite, zur heutigen Alkotás utca ^2