Szegő Dóra - Szegő György: Synagogen - Unser Budapest (Budapest, 2004)
■ Hegedűd Gyula (Ciáky) utca, Synagogeninnerei utca (heute Hegedűs Gyula utca) Nr. 3, welches 1903 nach Plänen von Béla Vajda errichtet wurde. Das stolze, repräsentative Gebäude der ersten Synagogen-Bauwelle Ungarns des Fin de Siede wurde nun von einem versteckteren, gemütlicheren Typ abgelöst: ein im Hof eines geschlossenen Wohnhauses gebauter Sakralbau. Im Keller des Hauses befanden sich Lagerräume, im Erdgeschoß eine Wageneinfahrt und zur Straße hin zwei Geschäfte. An der Straßenfront lagen die großbürgerlichen Wohnungen mit 8-10 Zimmern, zum Hof hin die bescheideneren kleinbürgerlichen. Nach dem wirtschaftlichen Aufschwung vom Beginn des Jahrhunderts gingen, mit Eintreffen der Rezession, die Geschäfte des Mietshauses zugrunde. Die Bauregeln verbaten eine Umwandlung der Rämlichkeiten des Erdgeschoßes in Wohnungen und so wurden die Verwertungsmöglichkeiten der Besitzer sehr eingeengt. Der 1905 gegründete Leopoldstädter Betverein kaufte das Haus und verwandelte 1911 den einen Geschäftsraum in eine Synagoge. Die heutige Form der Synagoge entstand 1927 nach einem von Lipöt Baumhorn geleiteten Umbau, welcher auch den Hof des Hauses mit einbezog. Durch das Haupttor gelangen wir in die Vorhalle, von hier führt eine Treppe zur Frauenempore und zum alten Talmud-Thora-Saal, der heute als Winter-Betsaal benützt wird. Mit einem gemäßigten Sezessioinsstil glich Baumhorn während der Erweiterung die verschiedenen Charaktere aus — die ursprünglich eklektische, im Zopf-Stil gehaltene Straßenfront und die Renaissance- Hoffront. Im Innenraum erhält die Konstruktion einen starken Akzent, was mit der Palladio-Fassade des Gebäudes im Innenhof gut harmoniert. Das Innere im Sezes55