Szegő Dóra - Szegő György: Synagogen - Unser Budapest (Budapest, 2004)
siedelten wohlhabenden Juden begannen Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem deutschsprechende jüdische Großbürger die vornehme Leopoldstadt zu bevölkern. Schon im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts kam der Gedanke auf, eine Synagoge in der Leopoldstadt zu bauen. Das Gebäude sollte auf dem damals noch leeren Baugrund des späteren Bezirksgerichtes stehen, welchen die Hauptstadt geschenkt hatte und welcher sich zwischen den Szalay, Szemere, Markó und Koháry (heute Nagy Ignác) Straßen befand. Der Bau dieser großangelegten, mit der Basilika konkurrierenden Synagoge wurde durch die dynamische Entwicklung der Pester jüdischen Gemeinde aktuell. Wichtiger war jedoch die Tatsache, daß diese Synagoge in der Nachbarschaft des damals entstehenden Parlamentes, sozusagen ein Symbol der ■ Entwurf von Béla Lajta, 1899 Gleichberechtigung des jüdischen Großbürgertums der Jahrhundertwende darstellen sollte. Die nach dem Rezeptionsgesetz des Jahres 1895 nun auch kommunal gleichberechtigten jüdischen Bürger wollten ihre Hauptsynagoge auf einem freien Platz, vor die Wohnhäuser hervortretend bauen. Die diesen Wünschen nachkommenden Ausschreibungsarbeiten stellten alle ein zentrales Gebäude dar, mit einer riesigen Kuppel im Zentrum. Am Preisausschreiben des Jahres 1898 nahmen sämtliche bekannten Architekten der Zeit teil, gleich welcher Religion. Die Jury bestand aus Mitgliedern der israelitischen Gemeinde, des Hauptstädtischen Kommunalrates, der Hauptstädtischen Baudirektion und ver5'