Szatmári Gizella: Zeichen der Erinnerung - Unser Budapest (Budapest, 2005)
Die schöne Schule im Sezessionsstil in der Városmajor utca (1910), die er gemeinsam mit Dénes Györgyi entworfen hatte, stand schon, und auch das Székler Museum in Sepsiszentgyörgy war schon gebaut, als er das Zentrum der staatlichen Wekerle-Wohsiedlung für Arbeiter und Beamten (benannt nach dem Ministerpräsidenten, der das Projekt angeregt hatte) entwarf. Er war bemüht einen ungarischen Nationalstil herauszubilden, seine Auffassung widerspiegelt sich in der Maß- und Raumverteilung der Wohnhäuser und öffentlichen Gebäude und der Fassadenornamentik der Wohnsiedlung — d. h. einer Gartenstadt. Er war der Meinung — und in diesem Sinne wirkte er auch - daß „die Basis unserer Volkskunst die Kunst des Mittelalters ist, diejenige der Kunst unserer Nation jedoch die Volkskunst". 1923 gab er ein mit Linolschnitten geschmücktes Buch über die ungarischen, rumänischen und sächsischen Bauten Siebenbürgens heraus. Die 1924 gegründete Siebenbürgi- sche Zunft der Bildenden Künstler gab seine Schriften heraus: A Varjú nem- zetiés (Dai Krähengeichlecht), 1925; Az or&zágépítő (Der Landeierbauer). 1934; Budai Nagy Antal. 1936. Er illustrierte Bücher und entwarf Gebäude. Von 1931 bis 1944 war er Herausgeber des Crdélyi Helikon (Siebenbürgiicher Helikon), gleichzeitig auch Präsident der nach Miklós Barabás benannten „Malerzunft". Die 1923 eröffnete Kunsthalle der Zunft wurde nach seinen Plänen gebaut. Als Parteipolitiker war er nur wenige Jahre tätig, seine wahre Größe bestand in seinen Bemühungen um die Erschließung, Bewahrung und Weitergabe des kulturellen Erbes. „Ich habe die sächsischen Bauten entlang der Kokel gesehen und auch die Torocköer, und die der Szekler Magyaren und der Kalotaszeger. Sie unterscheiden sich voneinander... und sie haben Gemeinsames, da sie ein Land, ein Klima, und ein Schicksal teilten, sie teilten ihre Vergangenheit, ihre Freuden und Leiden, ihre Geschichte und Geschichten...Wir müssen die Gesetze dieses Zusammenlebens von ihnen lernen, wenn wir ungarisch arbeiten wollen". Das Bekenntnis Károly Kós’ spricht für sich selber. Seine Gedenktafel (eine Arbeit der Bildhauerin Gyöngyi Szathmáry, 1983) steht auf dem nach ihm benannten Platz (XIX., Kós Károly tér 3). 77