Ferkai András: Wohnsiedlungen - Unser Budapest (Budapest, 2005)
als diejenigen aus den fünfziger Jahren (i,5-2,5 Zimmer). Die Vorferigung und Standardisierung schien für die Planer eher eine Möglichkeit, denn ein Zwang. „Dai Cmemble der reihenweide gebauten Standardhäuier, mit enUprechen- der Gebäudegruppierung und der Variierung einiger Elemente, sowie ihrer abwechslungsreichen Bemalung erweckt nirgends das Gefühl öder Eintönigkeit" - schreibt die Jubiläumsausgabe (1959) zum zehnjährigen Bestehen des Unternehmens Buväti. Wie bewerten wir heute die erste große Wohnsiedlung der Hauptstadt nach 1956? Grundlegend positiv. Ich bleibe wohl mit meiner Meinung nicht alleine, wenn ich behaupte, daß die József Attila Wohnsiedlung die Probe der Zeit bestanden hat. Die Umgebung mit ihren Parks und ein Großteil der Gebäude sind in gutem Zustand, auch dieses beweist die Funktionsfähigkeit. Zum Glück sind der Großteil der Häuser vierstöckig, so sind die Höhe und die Maßstäbe der Wohnsiedlung ertragbar geblieben. Jenen Fehler, den Ernő Heim schon 1963 zur Sprache brachte - daß durch die zu dichte und gebundene Anordnung der Gebäude sich die Elemente ständig überdecken und ein mauerartig geschlossenes Stadtbild aufweisen - haben die inzwischen gewachsenen Bäume korrigiert. Die Vegetation hat der Siedlung gut getan: hie und da stoßen wir sogar auf ganz intime Winkel. Durch eine durchdachte, feine Kolorierung der Gebäude könnte man das Gesamtbild noch weiter verbessern. Die Kelenfölder Wohnsiedlung Dieses ist die erste große Plattenbausiedlung Budapests. Die Orte der Plattenbau-Wohnsiedlungen setzte man teilweise auf noch freistehenden oder leicht sanierbaren hauptstädtischen Gebieten fest (Zugló, Újlipótváros, Óbuda) oder in den 1950 an Budapest angeschlossenen Vororten (Újpest, Kispest, Rákospalota, Békásmegyer usw.). Man plante auch Gebiete von weniger guter Beschaffenheit zu bebauen. Zu diesen gehörte die Kelenfölder Niederung, die nicht nur wegen ihrer tiefen Lage, sondern auch des hohen Grundwasserspiegels (das Grundwasser war der umliegenden Bitterwasser-Quellen wegen obendrein agressiv) und des tiefliegenden belastbaren Bodens wegen als ungünstiges Baugebiet galt. Die 140 Hektar große Puszta zu beiden Seiten der Etele út, welche sich vom Kelenfölder Bahnhof bis hin zur Fehérvári út zog, war hingegen größtenteils unbebaut. Der detaillierte Regulierungsplan wurde von Albert Kiss und Balázs Kovács 1963 angefertigt und zwar auf Grund ihrer Wettbewerbsarbeit, die beim internen Ausschreiben des Unternehmens Buväti den ersten Preis gewonnen hatte. Der Plan sah den Bau von 7000-8000 Wohnungen für etwa 30000 Bewohner vor. Obwohl man noch nicht beschlossen hatte, daß in Kelenföld die importierten Produkte der sowjetischen Häusefabriken verwendet werden sollten, so hatten die Stadtplaner doch von Anfang an mit großindustriellen Baumethoden gerechnet. 63