Ferkai András: Wohnsiedlungen - Unser Budapest (Budapest, 2005)

Es wurden dreierlei Häusertypen vorgeschlagen: zehnstöckige Zeilenhäuser, sechzehnstöckige Punkthäuser und ebenfalls sechzehnstöckige „dicke" Block­häuser. Als Grundtyp galt das Zeilenhaus, die Blockhäuser wurden neben die Etele út gruppiert, von den Punkthäusern hingegen stellte man je drei neben die Zeilenhäuser. Zur Hauptachse der Wohnsiedlung wurde die Etele út bestimmt, eine Straße mit geteilter Fahrbahn, Fußgängerwegen und Geschäften (obwohl der Verkehr diese hervorgehobene Rolle nicht verlangte), das Zentrum des Stadt­teils hingegen befand sich am Treffpunkt zwischen Etele und Tétényi út. Neben dem ost-westlichen Streifen des Zentrums blieb ein 12 Hektar großes Gelände unbebaut, da sich darunter die Quellenbrunnen des Erzsébet-Salzbades befinden. Hierher kamen die Sportplätze, welche man vorher der Bauarbeiten wegen auf­gelöst hatte, der Großteil des Geländes wurde jedoch in einen Erholungspark verwandelt. Die Zeilenhäuser der Siedlung wurden in steifer geometrischer Ordnung aufgestellt, mal parallel zur Straße, mal vertikal, bei Querstraßen in Säge­zahn-Form. Zwischen die Hochhäuser und die umliegende Familienhäuser-Be- bauung kamen die öffentlichen Gebäude. (Man hatte den Bau von vier Schulen, fünf Kindergärten und sechs Kinderkrippen geplant.) Die neuen Wohngebäude wurden wegen der sog. „Besonnung" und der bequemeren Organisation der Aus­führung (d. h. genügend Aufmarschgebiet und gehörige Krahnbahn) recht weit voneinander plaziert. So entstand die recht lockere, heute als platzverschwen­derisch empfundene Bebauung der Kelenfölder Wohnsiedlung. „Die Architekten waren um eine lockere Bebauung und eine gut proportionierte Komposition bemüht. Der etwai überdimensionierte. monotone Charakter der Plattenbau­ten wird durch Hochhäuser gelockert" - bewertete ein Reporter der siebzieger Jahre mit wohlwollender Kritik. Die Wohnhäuser und öffentlichen Gebäude der Kelenfölder Wohnsiedlung wurden zum Großteil aus den Produkten des Budapester Hausbau-Kombinates Nr. 1 zusammengestellt. 1962 hatte man die erste hauptstädtische Häuserfabrik gegründet, ihre Technologie wurde aus der Sowjetunion importiert. Das Groß- platten-System wollte man zuerst beim Bau der Békásmegyerer Wohnsiedlung ausprobieren, das Ministerium verschob jedoch deren Bau im letzten Augenblick und zog die Kelenfölder Siedlung vor. Die Architekten des TTI Büros mußten nun in Eile einen neuen Typenplan ausarbeiten, da die vier-achtstöckigen Häuser für Békásmegyer dem Kelenfölder Regulierungsplan nicht entsprachen. Der Programm­plan für die zehngeschoßigen Zeilenhäuser entstand in fünf-sechs Wochen, die Ausführungspläne in vier Monaten (Architekten: Tibor Csordás und István Árkai, Statiker: Jenő Gilyén). Sie bestehen aus sechs dreiteiligen Sektionen: die A-Sektion mit zwei Zweizimmer- und einer Dreizimmerwohnung, die B-Sektion aus zwei Dreizimmer- und einer Eineinhalbzimmerwohnung. Die durchschnitt­liche Wohnungsgrundfläche beträgt 55,2 m2. Zu jeder Wohnung gehören Einbau­64

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