Ferkai András: Wohnsiedlungen - Unser Budapest (Budapest, 2005)
■ Zeilenhaus in der experimentellen Wohnsiedlung in Óbuda (Tibor Csordái. 1959) noch Repressalien, das im Aufbau begriffene Kádár-Regime war jedoch an einer Konsolidation interessiert: es wollte die Lebensbedingungen der Menschen tatsächlich verbessern. Das Ministerium brach nun mit der Massen-Ideologie des Räkosi-Regimes, welche die Maße und Einrichtungen der Wohnungen der Erfüllung überspannter Pläne geopfert hatte - man wollte wirklich gut funktionierende Wohnungen als Standardplan ausarbeiten. Die vernünftigen Aufgaben und das wieder in Richtung Europa erweiterte Blickfeld beflügelten die Bauarbeiten. Die Jahre des Experimentierens und der Kreativität stimmen im Großen und Ganzen mit der Zeit des Planens und des Baus der Wohnsiedlung überein. Die Architekten, so schien es, konnten Wunder vollbringen, ln den von den Normen vorgeschriebenen Wohnungen schufen sie eine sehr differenzierte Wohnfläche, nicht nur mit guter Räumlichkeitenkombination, sondern auch mit ausgesprochen schönen Raumkombinationsmethoden. Im Würfelhaus von Olga Minäry geben die ineinanderführenden Räumlichkieiten des Wohnzimmers, Speisezimmers und der Küche der 52,46 mz großen Wohnung das Gefühl von genügend Raum. Im einstöckigen Kettenhaus von József Körner organisiert der Grundriß der Wohnung das Speisezimmer als Wohnraum, seine Verbindung mit dem großen Zimmer erinnert an das Zimmer-Vorzimmer-Raumsystem der Bürgerwohnungen von vor dem Krieg. Der Grundriß der Wohnungen des Sektions58