Faurest, Kristin: Zehn Budapester Plätze - Unser Budapest (Budapest, 2010)

1792 erhielt die Gegend außerhalb und südlich vom Kecskeméter Tor den Namen Franzstadt (Ferencváros). Es ist schwer, sich vorzustellen, dass die Gegend, wie viele andere Teile der Stadt, die heute als zentral angesehen wer­den, einst außerhalb der Stadtmauern lag. (Die Stadtmauern liefen entlang des heutigen Kleinen Rings, dessen einzelne Teile Károly körút, Muzeum körút und Vámház körút heißen.) Die Siedlung war schon bewohnt, als die ärgste Überschwemmung in der auf­gezeichneten Pester Geschichte im Jahr 1838 die Stadt überflutete. In der Viola utca 33 und Bokréta utca 32 zeigen Gedenktafeln die damalige Höhe des Wasserspiegels. Seit 1879 war die Große Hauptstraße (Nagy Fő út) durch den Ferenc tér in Tompa utca und Balázs Béla utca geteilt. Balázs Béla utca erhielt ihren Namen 1954 nach dem bekannten Schriftsteller und Filmemacher, dessen „Hölzerner Prinz” und „König Blaubart" die Vorlagen für Béla Bartöks Ballett bzw. Oper waren. Am Ferenc tér 1 lebte auch Dezső Bor (1888—1974), der das erste ungarische Arbeiter-Orchester gegründet hatte und einer der Gründer des Haupt- und Residezstädtischen Orchesters (Székesfővárosi Zenekar) war. Der Platz wurde in den letzten Jahren renoviert, vor allem dank EU-Fonds aber auch mit Unterstützung der Bezirksverwaltung — das Resultat kann sich sehen lassen! Die Atmosphäre ist jugendlich und überschwenglich, kohärent und kon­■ Blick auh den Ferenc tér von einem benachbarten Wohnunstblock aut 52

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