Tóth Vilmos: Grabmalkunst - Unser Budapest (Budapest, 2006)

dem Jahre 1905 war (K 28). 1910 modellierte er ebenfalls eine Portraitstatue für das Grab des Pál Horti (K 17/3), dessen Architektur und Mosaiken mit Tulpenmotiv Géza Maróti entworfen hatte. Sowohl das Barabás-, als auch das Horti-Grabmal gehören zu den bedeutendsten Werken funeraler Kunst. 1910 entstand auch das Grabmal des András Mechwart, hier stammte der architek­tonische Teil von Ignác Alpár (K Mauer). Die späteren Arbeiten von Teles sind weniger harmonisch, wie z. B. die Grabmäler des Leó Lánczy (K 19/1), Jenő Hubay (K 25/1) oder Antal Hekler (K 41/1), gleichzeitig sind es jedoch viel mo­numentalere Kunstwerke. Aus seinem ganzen Lebenswerk sticht die überdi­mensionale und phantasielose Grabstatue Mihály Munkácsys aus dem Jahre 1911 hervor (K 33-34). Auf Ede Teles' Grab am Farkasréter Friedhof kam eben­falls eines seiner eignen Werke (F 19/1); in Buda befindet sich auch eine seiner schönsten Arbeiten, das Somorjai-Grabmal (F 1/4). Besondere Werke schuf er auch für die beiden jüdischen Friedhöfe: in Stein gemeißelte Stillleben, die an die Vanitas-Symbolik erinnern, wo die dargestellte Gruppe von Dingen auf die Tätigkeit des Verstorbenen hinweist. Solche Werke finden wir auf dem Grab des Lipót Vadász am Friedhof in der Salgótarjáni utca, bzw. auf dem Haar- und dem Marczali-Grabmal am Friedhof in der Kozma utca. Auf beiden jüdischen Fried­höfen gibt es Beispiele figuraler Kunstwerke — davon viel mehr in der Kozma utca —, eine solch feine, gewählte Abstimmung zwischen der Tradition des Bil­derverbotes und dem Anspruch der Repräsentation finden wir jedoch selten. Eine bedeutende Arbeit Géza Marótis ist das Grabmal des György Ráth, welches vor allem durch den Kontrast zwischen der monumentalen Masse und den ätherisch feinen Details beeindruckt (K10/1). Die Aktgestalten, welche den Kranz halten, symbolisieren die vom Verstorbenen unterstützten Kunst- zweige-, Skulptur, Malerei und Architektur. Auf Marotis eigenem Grab steht das Marmorrelief mit dem Titel Muiik der Sphären, dessen erste Variante 1908 unter den Entwürfen des ungarischen Pavillons in Venedig aufgefallen war (K 32). Aus seiner Werkstatt stammte auch die Gott der Vater Figur aus dem Jahre 1904 am Haupteingang des Rákoskeresztúrer Friedhofs. Sein letztes funerales Kunstwerk war das 1927 eingeweihte Grabmal des Vilmos. Vázso- nyi, welches Adler mit gespreizten Flügeln schmücken. Es steht, dem Eingang gegenüber, am jüdischen Friedhof in der Salgótarjáni utca. Besonders wertvoll vom architektonischen als auch vom bildhauerischen Standpunkt aus ist die zwischen 1904 und 1908 eingeweihte doppelte Arkaden­reihe am Kerepeser Friedhof, bzw. das hier befindliche Grabmals-Ensemble (K 18-19). Die je zwei Kuppelhallen verbindenden und vom Hauptweg her durch Säulen gegliederten Bauten umfassen fast 200 Grüften. Die Arkaden­29

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