Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)
1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert
46 Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration testantischen Einwohner konnten ihre Religion frei ausüben, die Lehnsherren haben sogar den Bau von Kirchen unterstützt.22 3.3 Das Wesprimer/Veszprémer Bistum Die wirtschaftliche Neuorganisierung des Wesprimer/Veszprémer Bistums brachte erst nach dem Freiheitskampf von Franz II. Rákóczi ihre ersten Ergebnisse. Von den Wesprimer/Veszprémer Bischöfen nach den Befreiungskriegen kamen Otto Johannes de Volkra (1710-1720), Emmerich Esterházy (1723- 1725) von außerhalb der Diözese ins Wesprimer/Veszprémer Bistum. Beide brauchten einige Zeit, bis sie die riesengroße Diözese und ihre Besitzverhältnis- se kennenlernten. Ádám Acsády (1725-1744), dann Márton Padányi Bíró (1745- 1762) konnten ihre Erfolge in der Organisierung der Diözese und der Grundbesitzverwaltung, in der Rekatholisierung neben ihrer Persönlichkeit dem Tatbestand verdanken, dass sie sowohl das Territorium als auch den Personenbestand des Bistums sehr gut kannten (Tüskés - Knapp 2001). Die in Transdanubien ziemlich verstreut — auf dem Gebiet der Komitate Veszprém, Zala, Győr und Somogy - liegenden Güter des Bistums wurden im 18.Jh. in fünf voneinander getrennte Herrschaffsgüter, ins Veszprémer, Sümeget, Zalaegerszeger, Karáder (Somogyer) und Nyúler Gut organisiert (Mihalik 2010: 141—178). Auf den Herrschaffsgütem von Wesprim/Veszprém und Schimeg/Sümeg waren die Bodenverhältnisse ungünstig, aber ein großer Teil ihrer Gebiete war von großen Waldflächen der südlichen Züge des Bakonyge- birges bedeckt. Die wirtschaftliche Neuorganisierung des Wesprimer/Veszprémer Bistums brachte in der zweiten Hälfte des 18.Jh.s ihre ersten Ergebnisse. Márton Padányi Bíró vertrat als Grundbesitzer eine eigenartige Ansiedlungskonzeption (Hermann — Jakab 2013). Auf seinen Gütern wurden Meisterhandwerker — Glasbläser, Eisengießer, Holzschneider-Müller, Baumeister aus der Umgebung von Mainz, aus Bayern und aus der Umgebung von Regensburg - angesiedelt und damit die Grundlagen für das Gewerbe im Komitat Wesprim/Veszprém gelegt (Pehm 1934: 333—339). In den Wäldern des Bakonygebirges beschäftigte man sich weitläufig mit Aschenbrennerei und Pottaschensiederei. 1756 wurden jährlich 6000 Zentner Pottasche an 11 Plätzen in 41 Kesselöfen im Komitat Veszprém, u.a. in Kischludt/Kislöd und Waschludt/Városlőd gewonnen. Das zum Sieden in riesigen Mengen verbrauchte Holz verursachte eine große Waldverwüstung. Bedeutende Waldgebiete mussten nicht nur wegen des Betreibens von Aschenhütten sondern auch wegen des von Glashütten gerodet wer22 Siehe Abbildung 7 in der CD-Anlage.