Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)
1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert
40 Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration 2 Die konfessionelle Zusammensetzung nach der Türkenzeit In Bezug auf die konfessionelle Zusammensetzung der Bevölkerung in der Region lassen sich bemerkenswerte Einzelheiten aufdecken. Die am Leben gebliebenen Einwohner sind zum größten Teil zum protestantischen Glauben übergegangen. Die Kirchen gerieten in die Hand der Protestanten oder waren zerstört. Die Schutzheiligen der Kirchen waren in Vergessenheit geraten. In der Veszpré- mer Diözese ging die Zahl der katholischen Pfarreien bis zur Mitte des 17.Jh.s von 500 auf 5 zurück (Hermann 2015: 15-23). Allein die Umgebung vom Somló blieb über die ganze Epoche katholisch (Márkusné Vörös 2002: 31—63), was den eigenen kirchlichen Selbstverwaltungen und dem dauerhaften Betrieb der Licenciate7 zu verdanken war (Dénes 2006). Sehr aufschlussreich sind auch die Protokolle, die aus der ersten Hälfte und von der Mitte des 18.Jh.s stammen (Pfeiffer 1947). Laut der Zusammenschreibung des Pápáét Dechanats von 1748 wirkten in der einen Hälfte der Dörfer protestantische Pfarrer, in den Dörfern mit katholischer Mehrheit gab es bereits katholische Pfarrer und Lehrer. Das Visitationsprotokoll berichtet über manche Wallfahrten, auch die Wegkreuze erschienen bereits. Die Umgebung von Wesprim/Veszprém war jedoch 1752 noch soweit protestantisch (kalvinis- tisch) geprägt, dass es kaum rein katholische Siedlungen gab (wie z.B. Wasch- ludt/Városlőd). Im Raum Topolz/Tapolca mit rund 30 Dörfern gab es 18 protestantische Pfarrer und 20 Schulmeister.8 Lutherisch-evangelische Gemeinschaften blieben im Nordosten des Ko- mitats, um den Somló herum, umgeben von katholischen Siedlungen, bzw. um Pápa und zerstreut auf dem Plattenseeoberland erhalten. In den weiteren Siedlungen des Komitats ging die Bevölkerung zum Kalvinismus über (Márkusné Vörös 2004: 69-83).9 3 Die Organisierung der Güter und die Migration Eine weitere wichtige Frage für uns ist, wie die sich neu organisierenden Wirtschaftsgüter der Urbevölkerung gegenüber verhielten und über was für ein Siedlungskonzept sie verfügten. Im Komitat Veszprém sind im 16.-17.Jh. neue Adelsfamilien erschienen, unter ihnen waren die Familien Esterházy und Zichy am bedeutendsten. Damals erwarben die für das Komitat später wichtigen Familien Hunkár und ЕШЬ ihre Besitze. Neben ihnen gehörte den Familien Nádasdy, So7 Kirchenleute der katholischen Kirche ohne Priesterweihe. 8 Siehe Abbildung 3 in der CD-Anlage. 9 Siehe Abbildung 4 in der CD-Anlage.