Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)

1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert

Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedmngene Migration 41 mogyi, Erdődy, dem Bistum und Domkapitel zu Wesprim/Veszprém, der Religi­onsstiftung, den Bischöfen zu Raab/Györ und Stuhlweibenburg/Fehérvár, den Zisterziensern sowie tmd Benediktinern ausgedehnte Besitztümer in der Region. In der Fachliteratur kann man off lesen, dass die neu organisierten Güter nicht auf die dezimierte alte Bevölkerung bauten, obwohl aus unseren Quellen hervor­geht, dass die meisten Güter bereits im 17.Jh. mit Hilfe der ungarischsprachigen Einwohner neu belebt wurden. 3.1 Die Familie Esterházy Die größten Besitztümer besaß die Familie Esterházy in unserer Region. Auf den vier Gütern (Csesznek, Pápa, Ugod und Devecser) der zwei Familienzweige leb-te um die Mitte des 18-Jh.s ein Viertel der Bevölkerung. Das Gut in Csesznek war 300 km2 groß, davon waren etwa 165 km2 Waldgebiet (Jakab - Márkusné Vörös 2008; Márkusné Vörös 2012). In der Nähe der Burg Csesznek haben sechs Siedlungen die Türkenzeit überdauert: Csesz­nek, Laßl/Szentläszlö, Csetény, Sikátor, Réde und Sombarthell/Bakonyszom- bathely. Diese Siedlungen haben sich früh dem Protestantismus angeschlossen. In Csetény, Réde tmd Csesznek kennen wir die Pfarrer ab 1629 namentlich, Sengral/Szentkirály tmd Laßl/Szentläszlö haben sich mit Csesznek einen Pfarrer geteilt, 1712 wurden sie selbstständig. In Sikátor hatten die Kalvinisten freie Re­ligionsausübung, später holten sich auch die Lutheraner einen Pfarrer. Laut den Visitationsprotokollen konnten sie ihre Religion bis 1749 ungestört ausüben, sie nahmen sogar Hugenottenflüchtlinge auf (Hudi 2002: 285f£; 304f£). Die Mit­glieder der Lehnsherrenfamilie lebten bis auf Ferenc („Bakonyi”) Esterházy (1670-1746), den Burgkapitän von Raab/Györ, der sich in der Cseszneker Burg einrichtete, in Pressburg/Pozsony, und sie betrieben ihre Besitztümer durch Verwalter. Anfang des 18.Jh.s wurden hier die Wälder ohne besondere Regelun­gen genutzt. Die Lehnsherren sicherten ihren Hörigen (vor allem den frei zie­henden) besondere Rechte in der Waldnutzung zu: Sie durften die Wälder ro­den, um neue Ackergebiete zu gewinnen. Am meisten wurde davon in Sombart- hell/Bakonyszombathely und Csetény Gebrauch gemacht, wo sich die Saatge­biete in 15 Jahren verdreifachten, aber auch in Réde und Sengral/Szentkirály ha­ben sich die Ackergebiete deutlich vergrößert. In den gerodeten Gebieten wurde nicht nur Ackerbau betrieben sondern auch Obstgärten wurden angelegt. Auch die Obstgärten in Csesznek entstanden auf gerodeten Gebieten, der Ruhm der dort angebauten Wüdbime verbreitete sich auch außerhalb des Gutes. Die

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