Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)

1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert

Márkusné Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration 39 (heute: Magyarpolány) 16 Ochsen, 8 Kühe, 300 Schafe, 200 Schweine, 6 Pferde besaß, die nach seinem Tod der Bruder seiner Frau, Pál Du, erbte.6 Die landes­weit durchgeführten Zusammenzählungen fragten lediglich nach Acker-, Wie­sen- und Waldgebieten sowie nach Weinbergen. Sie enthalten aber keine Anga­ben bezüglich des Tiereigentums, das jedoch - vor allem während der Türken­zeit - als leicht zu rettender Besitz galt. Richten wir nun unser Augenmerk auf die Bevölkerungszusammenset­zung! In den landesweit durchgeführten Zusammenzählungen kommen die Steuerfreiheit genießenden Schichten nicht vor, in unserer Region lag ihr Anted viel höher als anderswo (Hudi 1990). Der Großteil von ihnen waren Kleinadeli­ge, die in einer eigenartigen Siedlungsstruktur mittelalterlichen Ursprungs - um Burgen und natürliche Schutzlinien —, den so genannten kúriaién Dörfern, leb­ten. Es ist auffallend, dass sich diese Siedlungen nördlich des Plattensees/Bala- tons in mehreren kleinen Gebieten häuften, sodass ganze Siedlungsgruppen in den Zusammenschreibungen fehlen. In der weiteren Region um den Plattensee/Balaton herum gab es kúriaié Siedlungen auf dem Mező föld: Mezőszilas (Szilasbalhás), Mezőszentgyörgy, Ka- jár, Csajág Küngös, Berhida, am Nordufer des Sees: Alsóörs, Kövesd, Balaton- füred, Szentkirályszabadja, Nemesvámos, Totwaschon/Tótvázsony, Nemespé- csely, Minschell/Mencshely, Nemesleányfalu, Öcs, Kapolcs, Vigánd, Henye, Monoszló, Kővágóörs, Köveskál, Zánka, Nemesgulács, Nemestördemic, entlang dem Fluss Marcal: Kamond, Nagy- und Kispirit, Csögle, Egeralja, Adorjánháza, Nemesszalók, in der Nähe der Stadt Pápa: Nagyacsád, Nemesgörzsöny, Takácsi, Tapolcafő, Ungarischtewel/Adásztevel, Homokbödöge. In unserer Region gab es zwei spezielle adelige Gruppen, die von ihren Adelsvorrechten lediglich innerhalb der Siedlungsgrenzen Gebrauch machen konnten. Die eine Gruppe bildeten die kirchlichen Adeligen (Praedialisten): Um den Berg Somló, in Nagy- jenó (Somlójenő) und Vecse (Somlóvecse), lebten Adelige des Bischofs zu Raab/Győr, eigentlich unabhängig vom Komitatssystem, in einer Selbstverwal­tung unter der Leitung des Bischofs, die „Vecse-Stuhl” [Vecse-szék] genannt wurde (Holub 1944/46: 182—204). Die andere lokale Adelsgemeinschaff war die der königlichen Jäger in Szentgál, die im 18.Jh. noch an den königlichen Jagden teilnahmen, im 19.Jh. jedoch ihren Verpflichtungen so nachkamen, dass sie ein bestimmtes Pensum an Wild an den Wiener Hof lieferten (Maksay 1973: 246- 300). 6 Komitatsarchiv Veszprém des Ungarischen Nationalarchivs (VeML), XII.2a: Archiv der Sirtzer/Zircer Abtei des Zisterzienseordens (Archivum Vetus) С 114.

Next

/
Oldalképek
Tartalom