Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)

1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert

„Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert Über die Geschichte der Siedlungen im bakonygebirge und auf dem Vlattenseeoberland sind zahlreiche Monographien erschienen, allein nach der Wende (1989) haben mehr als 100 Gemeinden ihre Geschichte herausgegeben (Márkusné Vörös 2003 und 2007). Es sind zu­dem wertvolle gesellschaftshistorische beitrage, grundlegende Quellen, u.a. die nach dem Ende der Türkenherrschaß gesammelten Volkszählungsdaten bezüglich der mittel-transdanubischen Region veröffentlicht worden (Takdts 2002), doch ist es der Vorsehung nicht gelungen, grundle­gende Fragen der bevölkerungsgeschichte des 18. Jahrhunderts zu klären: z-b. die tatsächliche Anzahl der bevölkerung nach der Türkenzeit, das Maß, die RJchtung sowie die Ursachen der freiwilligen oder gelungenen Migration, die Zahlen der Ansiedlung aus anderen Regionen bzw. anderen Eändem im Taufe des 18. Jahrhunderts. Aus dem umfangreichen Quellenmate­rial, was veröffentlicht ist, zieht man ohne Quellenkritik und konsequente Überlegungen zu manchen Fragen eine ganze Reihe von falschen Schlussfolgerungen. Daher möchte ich in mei­nem beitrag die Tebensbedingungen der ungarischen bevölkerung nach der Türkenzeit, die Gründe der inneren Migration sowie den Vorgang der Ansiedlungen im 18. Jahrhundert auf dem Gebiet des Komitats Veszprém darstellen. 1 Bevölkerungszahl nach der Türkenzeit Hinsichtlich unseres Themas ist eine der wichtigsten Grundfragen die tatsächli­che Einwohnerzahl in den Gemeinden im Bakonygebirge und auf dem Platten­seeoberland am Ende des 17. und Anfang des 18.Jh.s. Die Auswirkungen der türkischen Verheerungen auf die Einwohnerzahl sowie die Entvölkerung der Region wird - mit Hinweis auf die Steuerzusammenschreibungen und landes­weiten Volkszählungen - oft überschätzt. In Wirklichkeit hat die einstige Bevöl­kerung der Region die Türkenzeit zu einem weit größeren Anteil überlebt als die landesweiten Volkszählungen dies annehmen lassen (vgl. Kovács 1969: 7, Márkusné Vörös 2009).1 Die um die Burganalagen wohnhafte Bevölkerung war auch während der Schlachten und der Raubzüge der Türkenzeit bemüht, in ihrer Heimat zu blei­ben. Die Mehrheit der Bevölkerung wohnte und wirtschaftete hier bereits wäh­Márkusné Vörös, Hajnalka (Wesprim/Veszprém/Ungam) 1 Siehe Abbildung 1 in der CD-Anlage.

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