Radek Tünde - Szilágyi-Kósa Anikó (szerk.): Wandel durch Migration - A Veszprém Megyei Levéltár kiadványai 39. (Veszprém, 2016)
1. Landschafts- und Gemeinschaftswandel als Folge von Migration - Márkusáé Vörös, Hajnalka: „Sage mir, wo unsere Wohnstätte wohl sein wird...” - Organisierte, spontane und notgedrungene Migration im Bakonygebirge und auf dem Plattenseeoberland im 18. Jahrhundert
36 Márkusáé Vörös, Hajnalka: Organisierte, spontane und notgedrungene Migration rend der türkischen Besatzung, ihre Bewegungsfreiheit war jedoch viel größer als vor und nach der Kriegszeit. Die Steuerzusammenschreibungen erfassten zudem lediglich die Hörigen, zu jener Zeit waren jedoch die von der Steuerzahlung befreite Gesellschaftsschicht in besonders großer Zahl vorhanden. Die Unterschiede zwischen den Daten in den Zusammenschreibungen und den tatsächlichen führe ich anhand des Beispiels von Polan/Magyarpolány vor Augen. Der Ort gehörte im Mittelalter zum Gut der Benediktinerabtei in Wakompiei/Bakonybél, später wurde er den Besitztümern der Familie Podmaniczky in Palota/Värpalota angegliedert. In der zweiten Hälfte des 17.Jh.s wurde er von den Zisterziensern erworben, die Polan /Magyarpolány samt seinem ausgedehnten Waldbesitz bis Mitte des 20. Jh.s besaßen (Békefi 1896: 396-400). Die im Ort wirtschaftenden Zisterzienser haben ab Mitte des 17. Jh.s bis 1720 von Pápa, danach von Sirtz/Zirc aus ihre Besitztümer geleitet, sie haben 1696, dann 1702 vertraglich geregelt, dass ihre Hörigen das Dorf frei verlassen dürfen, jedoch für die Lehnsherren Fronarbeit leisten müssen.2 Die Dorfbevölkerung bildeten zu Ende des 17., Anfang des 18.Jh.s ungarische Kalvinisten, laut den Daten der landesweiten Zusammenschreibung im Jahre 1696 gab es im Dorf 13 Haushalte, und wenn wir sechs als durchschnittliche Personenzahl der Haushalte annehmen, so lebten etwa 78 Seelen im Dorf.3 In den Jahren um 1710 gab es mehrere Zeugenbefragungen, bei denen nach den weggezogenen Hörigen gefragt wurde.4 In den entsprechenden Protokollen werden 57 Personen und Familien erwähnt, deren Namen in den landesweiten Zusammenschreibungen nicht auffauchen, insgesamt sind das mindestens 25 Familien mit 150 Personen. 2 Komitatsarchiv Veszprém des Ungarischen Nationalarchivs (VeML), XII.2a: Archiv der Sirtzer/Ziccer Abtei des Zisterzienserordens (Archivum Vetus) С 85, С 95. 3 Vgl. dazu die Zahlen von Takáts (2002): 40, 114 (1696), 209 (1715), 298 (1720). 4 Komitatsarchiv Veszprém des Ungarischen Nationalarchivs (VeML), XII.2a: Archiv der Sirtzer/Zircer Abtei des Zisterzienserordens (Archivum Vetus) С 114, C 118.a,b, С 120, С 125, С 146.