Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf 2007 in Kőszeg 3. bis 6. Juli 2007 (Szombathely, 2014)

Hans Hahnenkamp: Eliten der Wirtschaft im Burgenland zwischen den beiden Weltkriegen

tionsbetrieb für Plachenstoffe, deren Konfektion zu Zelten und verschiedenen Be­hältern aus Segeltuch sowie Feuerlösch-Schläuche. Dipl. Ing. Karl Sattler (20. Oktober 1881 in Graz - 13. Juni 1945 in Graz) Karl Sattler besuchte die Volksschule und das Obergymnasium in Graz und studierte an der dortigen Technischen Hochschule Maschinenbau (Dipl. Ing. 1903). Danach ging er ein Jahr in die USA, arbeitete in New York und Chicago und be­reiste nach seiner Rückkehr verschiedene Staaten Europas. 1905 trat er mit seinem Bruder Hermann in die väterliche Firma ein und, als sein Vater 1908 starb, führte er diese gemeinsam mit seinem Bruder als „Firma August Sattler Söhne” weiter, die durch verstärkte Militäraufträge während des Ersten Weltkrieges einen großen Aufschwung erlebte. Um einen besseren Zugang zum ungarischen Markt zu be­kommen, wurde 1918 in Rudersdorf ein Schloss gekauft und zu einer Textilfabrik ausgebaut. Die Weberei („Mechanische Leinenweberei”) wurde von Thondorf nach Rudersdorf verlegt. Karl Sattler wurde technischer Leiter des Unternehmens, wobei auch der Einkauf und Vertrieb zu seinem Arbeitsbereich gehörten. In den folgenden Jahren wurde die Produktion erweitert, technische Gewebe und Fil­terstoffe aber auch Haus- und Küchenwäsche waren neu hinzu gekommen. Der Betrieb wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor und Arbeitgeber im südlichen Burgenland. Bis Mitte der Dreißigerjahre konnte die Produktion der Rudersdorfer Fabrik (Gewebe und Schläuche) verdreifacht werden. 1934 wurde Sattler in den Ständischen Landtag berufen, 1937 wurde er Kammerrat der Burgenländischen Handels- und Gewerbekammer, beide Positionen verlor er am 12. März 1938. Die Fabrik selbst erlebte jedoch zur selben Zeit eine Hochblüte, da sie - als Produzent militärwirtschaftlicher Güter - Großaufträge der deutschen Wehrmacht bekam und dann in die deutsche Rüstungsindustrie eingegliedert wurde. Ständig erfolgten Ausweitungen und Ausbauten des Werkes. Bei Kriegsende wurde die Fabrik ausgeplündert und musste die Arbeit einstellen. Sattler, der in die Steiermark geflüchtet war, starb im Juni 1945 in Graz.17 Die Erste ungarische mechanische Putzbaumwollfabrik Brüder Preis siedelte sich 1908 in Neudörfl a.d. Leitha an. Heinrich Walter (10. Oktober 1869 in Eisenstadt - 10. November 1938 in Budapest) Heinrich Walter wurde am 10. Oktober 1869 in Eisenstadt als Sohn des Isidor Walter geboren und war Gesellschafter der Firma Preis &. Co. in Neudörfl a.d. Leitha. Seine soziale Einstellung zeigte sich darin, dass er noch vor dem Ersten Weltkrieg 15 Arbeiterwohnungen errichtete. 1922 waren 400 Webstühle vorhan­den und 400 Arbeiter beschäftigt. Preis &. Co. besaß neben Neudörfl auch noch in Swiadnow-Mistek und Ödenburg Fabriken. Heinrich arbeitete bei der Firma als 95

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