The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)

1958-10-01 / 1. szám

sitzen durften. Sprechen war nicht erlaubt, und wenn die tägliche Inspektion kam, mußte der Mann vom Zimmerdienst in russischer Sprache die Zahl der anwesenden Männer melden und eventuelle Beschwerden Vorbringen. Um 12 Uhr bekamen wir das Mittagessen, bestehend aus 6,6 Unzen Kohl- oder Rübensuppe, die ohne Fett oder Gewürze gekocht war, und als zweiten Gang Dörrkartoffeln oder Gerstenmehl. Jeden dritten Tag erhielten wir auch etwa 8 Unzen Ziegenfleisch. Am Morgen gingen wir auf einen zehnminütigen Spaziergang, den wir im Hof unter den Augen schwer bewaffneter Wachen «genossen». Unser Nachmittag wurde damit verbracht, die Zelle für die Inspektion um 4 Uhr vorzubereiten. Das Nachtessen wurde um 6 Uhr nachmittags ausgegeben und bestand unweigerlich aus Buchweizenbrei. Nach dem Beginn der Untersuchung, um den 18. oder 20. Novem­ber herum, wurden etwa 1800 bis 2000 Leute aus dem Gefängnis abtransportiert. Ich kam mit der ersten Gruppe am 17. weg und verließ die Gefängniszelle Nr. 90 mit neun meiner Mitgefangenen. Nachdem wir Brot, Büchsenfleisch und Würfelzucker erhalten hat­ten, wurden uns Handschellen angelegt, und wir fuhren in geschlos­senen Gefängniswagen einem unbekannten Schicksal entgegen. Vier Pfund Brot, weniger als ein halbes Pfund Zucker pro Kopf und vier Pfund Büchsenfleisch für sechs Mann war die Ration, die wir für die Dauer unserer Reise vom Gefängnis von Ungvar weg erhielten. Sie führten uns in geschlossenen Wagen vom Gefängnis zum Bahnhof, der - eine von hohen Mauern umschlossene Fläche - eigens für den Abtransport von Häftlingen erbaut zu sein scheint. Dort trieben sie uns in die Gefängniszüge, 40 bis 50 Mann mit vier oder fünf Wachen pro Wagen. Vor der Abfahrt kontrollierte der Transportkommandant jeden der nach unserer Schätzung 40 bis 50 Wagen. Um 6 oder 7 Uhr abends fuhren wir ab. Fahren wir nach Hause ? Die Wachen sagten uns, es gehe nach Hause. Wir glaubten ihnen, bis sich der Zug bei Csap nach Nordosten wendete. Dann begannen wir, Vermutungen anzustellen. Die allgemeine Ansicht war, daß wir nach Sibirien geführt würden, eine Erwartung, die - unnötig, zu sagen - nicht gerade zu unserer Ermutigung beitrug. Bei der Halte­stelle Kolomea ließ ein polnisch-russischer Wachtmann die Bemer­kung fallen, daß wir nach dem Gefängnis von Strij gebracht wür­den. Nach etwa 38 Reisestunden kamen wir an. Wiederum wurden

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