The Hungarian Student, 1958 (3. évfolyam, 1-2. szám)

1958-10-01 / 1. szám

als diejenigen an materielle Verluste werden aufgerührt, wenn 31 Studenten berichten, daß «Vertreter oder Beamte des an der Macht befindlichen Systems ihre Selbstachtung oder Ehre verletzt haben» und daß die Verwandten von 33 auf ähnliche Weise beleidigt wur­den. Es ist eine erschreckende Tatsache, daß die Wohnungen von 22 Studenten unter hundert wie auch die anderswo gelegenen Woh­nungen von Verwandten von anderen 17 durchsucht wurden. Der Verlust oder die Demütigung wurde oft durch die russischen Besetzungstruppen selbst verursacht. Und trotzdem - dies ist be­zeichnend für die Objektivität und das moralische Niveau der Ant­worten - bejahen 75 Prozent die Frage: «Glauben Sie, daß es sowjetrussische Soldaten oder Zivilisten gab, die wenigstens einem Ungarn etwas Gutes erwiesen haben?» Die Redaktoren des Fragebogens ließen sich von der Überzeugung leiten, daß die Geschichte Ungarns in den Jahren 1945 bis 1956 nicht erfaßt werden kann, wenn man den russischen Einfluß nicht in Betracht zieht. Deshalb wurden alle Fragen über diese Perioden folgendermaßen verdoppelt: «Welches waren die russischen Maß­nahmen ... ?» und «Welches waren die Veränderungen ... ?» Die Antworten zeigten, daß nur wenige imstande waren, zwischen Ver­änderungen auf Grund des russischen Einflusses und solchen, die auf eine innere Entwicklung zurückzuführen sind, zu unterscheiden. Zum Beispiel schrieben bei den zustimmend beurteilten Verände­rungen 21 das Verdienst für die Landreform den Russen zu, wäh­rend 31 die Triebfeder dafür in der inneren Entwicklung suchten. Die Verstaatlichung wird von allen für eine vorteilhafte Maßnahme der Russen gehalten, mit Ausnahme von 15, die eine innere Ent­wicklung annehmen. 13 sind den Russen für Maßnahmen auf dem Gebiete des Gesundheitswesens dankbar, und ebenfalls 13 Studen­ten schreiben diese der ungarischen Regierung zu. Eine Unent­schlossenheit zeigte sich auch bei der Bewertung der Entwicklung von Sport- und Schulwesen. Das erstere wird von 8 auf das Konto der Russen und von 9 auf dasjenige der inneren Entwicklung ge­setzt, während beim zweiten die Entscheidung mit 25 gegen 12 Stimmen zugunsten des allgemeinen Fortschrittes im Lande selbst fällt. (In dieser Fragegruppe wurden die Studenten ersucht, drei günstige Veränderungen auszuwählen, während in der nächsten Gruppe drei als schädlich betrachtete Veränderungen bezeichnet 13 werden mußten.)

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