Mocsáry Sándor szerk.: Természetrajzi Füzetek 22/1-4. (Budapest, 1899)
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64. ALADÁR RICHTER auch in ihrem oberen Hautgewebe Spaltöffnungen. Es kommen auf ein mm 2 20—30 Spaltöffnungen. Dagegen fallen 100—140 auf ein mm 2 des unteren Hautgewebes ; ein Zeichen, dass das Anschmiegen der Blätter an das Substrat nicht sehr fest und nicht von der Art ist, dass die transpiratorische Thätigkeit sich gänzlich auf das obere Hautgewebe beschränken würde. Im Gegentheil, die Function der Spaltöffnungen concentrirt sich auf das untere Hautgewebe. Im Übrigen sind die Spaltöffnungen der beiden Hautgewebe identisch gebaut ; das Verhältniss der Schliesszellen zu den Nebenzellen ist jedoch nicht so charakteristisch, wie bei den Aroideen (Tab. III, Fig. 7 ; respect. Fig. 8a — a und a x —a {). Aus dem Querschnitte ist ersichtlich, dass die Spaltöffnungen, im Allgemeinen genommen, mit den Zellen des Hautgewebes auf einem Niveau stehen. Dies ist ein Beweis, dass zwischen dem Substrat und der Unteriiäche dieser fleischigen Blätter immer genügende, beständig feuchte Wärme vorhanden ist, also eine mit Wasserdampf erfüllte Luftschicht, vermöge welcher diese Spaltöffnungen eo ipso keinen grösseren Schutz benöthigen. Dafür spricht auch die Bundung der hypobasalen, theilweise auch epibasalen Theile der Schliesszellen (Tab. H, Fig. 4s, Sj). Aus der einfachen Yergleichung der Fig. 12, Tab. IV und Fig. 4 Tab. II geht schon hervor, dass die Spaltöffnungen der an dem Substrat haftenden Blätter im Verhältniss zu den Spaltöffnungen der lederartigen Blätter derselben Pflanzenart beiweitem einfacher organisirt sind. Genauer werde ich diese Verhältnisse bei der Beschreibung des Baues der lederartigen Blätter darlegen. Dem gegenüber ist auffallend, dass die Spaltöffnungen der Marcgravia coriacea nach Fig. 23 des citirten Werkes von H. 0. JUEL tief unter die Linie der Epidermiszellen fallen ; jedoch sind H. 0. JUEL'S Zeichnungen schematisch und aus dem Grunde versuche ich gar nicht daraus, in Bezug auf meine eigenen Beobachtungen, Schlussfolgerungen zu ziehen ; sondern beschränke mich nur auf die Äusserung, dass die Nebenzellen der Spaltöffnungen der Marcgravia umbellata und der Monstera acuminata die Schliesszellen quasi unterstützen (Tab. II, Fig. 4 !_ 3, beziehungsweise Tab. III, Fig. 7 i_ 3). Vermuthlich ist dies auch bei Marcgravia coriacea nicht anders. Das Hautgewebe bildet keine Trichomgebilde ; nur die epidermalen Zellen stülpen sich zu schwachen Papillen aus, aber in so geringem Masse, dass hiedurch die horinzontale Lage der Spaltöffnungen wesentlich keine Veränderung erleidet (Tab. II, Fig. 3e, 4e). Unmittelbar unter dem oberen Hautgewebe bildet das Assimilationsgewebe, das heisst die Palissade, eine einzelreihige, ziemlich lose zusammenhängende Schicht (Tab. II. Fig. 3p). Die Palissadenzellen sind im