Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)
1910-05-08 / 1. szám
132 Der kausalen Indikation kann man nicht nachkommen, wenn man nur auf eine feste Vernarbung trachtet, denn damit werden die Verwachsungen mit der Narbe noch nicht beseitigt. Deswegen sollte man sich mit der Spaltung, Verschorfung und einfacher Abtragung zystoider Narben mit oder ohne Naht nicht begnügen. Denn auch bei der Abtragung des blasenartigen Teils der Narbe wird die Regenbogenhaut oder die eingeheilte Kapsel zumeist nicht befreit. Gründlich kann unser Vorgehen nur dann sein, wenn wir den Schnitt, mit dem die zystoide Narbe umschrieben werden soll, in die intakte Liderhaut und Hornhaut verlegen. Eine solche Wunde muss natürlich länger gestaltet werden, und es muss auch um einen richtigen Verschluss der Wunde gesorgt werden. Gleichzeitig gibt die längere Wunde auch die Möglichkeit, die Folgezustände selbst anzugreifen, denn es ist damit ein Eindringen in die Kammer ermöglicht. Diesen Erwägungen gemäss wandte ich mich nach verschiedenen Versuchen der Narbenausschneidung (Cicatrisektomia) zu. Zur Deckung der Wunde könnte mann sich Skleral- resp. Kornealnaht, der Wwefechen Bindehautnaht oder der Kuhnt&chea Bindehautschürze bedienen. Meinerseits bevorzuge ich das letztere Verfahren. Die Sklerokorneal-Naht könnte man nur in der Narkose ohne Gefahr eines grösseren Glaskörperverlustes ausführen. Mit der Wwefechen Naht konnte ich mich deswegen nicht befreunden, weil infolge der Kreuzung der Fäden wird die Bindehaut nicht nur gegen die Wunde gezogen, sondern längs der Wunde auch gefaltet. Von den obenerwähnten Folgezuständen wird hauptsächlich ein Zug gegen den Strahlenkörper auszuschalten sein. Dieses könnte man in geeigneten Fällen mit der Kuhntschen Zonulotomie erreichen. Da aber in solchen Fällen zumeist auch Verlötungen der Regenbogenhaut mit der Kapsel bestehen, und man eine richtig gelagerte Sehöffnung auch nach Ausschneiden aller Verwachsungen mit der Narbe nicht erreichen kann, übe ich zumeist die Iridotomie aus. Diese kann man derweise gestalten, dass es auch im Sinne einer Zonulotomie wirkt, nämlich derart, dass man das Diaphragma parallel der Wunde einschneidet. In dieser Weise ist eine fast typische Operation entstanden, die ich folgendermassen ausführe. I. Akt. Bildung der Bindehautschürze nach Kuhnt. Es geschieht in bekannter Form. Nach lokaler Anästhesierung wird die Bindehaut um den oberen Halbkreis der Hornhaut dicht am Limbus mit Hülfe einer Schere und Pinzette Umschnitten und bis zum Äquator losgelöst. Dann wird beiderseits je eine Naht zuerst durch den Schnittrand der Bindehaut, dann durch eine Bindehautfalte unter den wagrechten Durchmesser der Hornhaut, in der Nähe des Limbus geführt. Die Entfernung der beiden Nähte von einander soll der Länge des Hornhautdurchmessers entsprechen. Dadurch wird das Anziehen der Fäden die obere Hälfte der Hornhaut ziehen. II. Akt. Ausschneidung der Narbe. Nach Fixation des Augapfels wird das Schmalmesser oben-aussen an der Hornhautgrenze eingestochen, durch die Kammer geführt und innen-oben ausgestochen. Punktions- und Kontrapunktionsstelle umfassen zumeist einen Dritteil des Hornhautumfanges. Natürlich muss die Stelle der Wunde so gewählt werden, dass die zystoide Narbe in die Mitte des Ein- und Ausstichpunktes zu