Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)

1910-05-08 / 1. szám

133 liegen kommt. Der Drittelbogensclmitt wird dann mit sägenden Messer­zügen derart gestaltet, dass der Scheitel des Schnittes dicht über die zystoide Narbe in die Lederhaut gelangt. Nun wird mit feiner gezähnter Pinzette der zystoide Teil der Narbe gefasst und mit der Irisschere die ganze Narbe zu den Schnittenden verlaufend ausgeschnitten. Es muss geachtet werden, dass keine Teile der Regenbogenhaut oder der Kapsel in der Wunde Zurückbleiben, dass also so der Lederhautschnitt, wie der Hornhautschnitt in gesundem Gewebe geführt wird. Die Aufgabe ist nicht sehr schwer und rasch ohne jedem Glaskörpervorfall ausführbar. III. Akt. Iridotomie. Es wird die Scherenpinzette von der einen Wundecke möglichst wagrecht eingeführt, geöffnet, das spitze Scheren­blatt in dem Kolobombereich durch das Diaphragma gestochen und die Regenbogenhaut möglichst tief, bis zu ihrem ziliaren Rande eingeschnitten. Ein zweiter ähnlicher Schnitt wird dann nach der anderen Seite hin ausgeführt. Die Schnitte sollen womöglich hoch, in der Nähe der Wunde und mit dieser, soweit es möglich ist, parallel verlaufen. Nach den beiden Schnitten entsteht ein breites, freischenkliges Kolobom, die Pupille senkt sich nach unten, so dass jeder Zug gegen den Strahlen­körper aufhört. Dabei verliert man kaum etwas Glaskörper, und ausser­dem ist die Wunde rasch zu schliessen möglich. IV. Akt. Verschluss der Wunde. Das erreicht man, indem man die eingelegten Fäden knüpft. Verband beider Augen. Die Heilung ist immer eine glatte. Die auf die Hornhaut gezogene Bindehaut zieht sich bald zurück, da die Fäden nachlassen. Trotzdem ist ein Aufgehen der Wunde nicht zu befürchten, den im Bereiche der Wundränder ist die Verklebung mit der Bindehaut immer ein genügend fester. Ganz nach der angegebenen Art operierte ich erst in zwei Fällen, denn wie gesagt, entwickelte sich dieses Vorgehen erst nach verschiede­nen Versuchen von einfacher Ausschneidung des zystoiden Teils der Narbe mit nachheriger Bindehautdeckung, dann Lanzenschnitt mit Exzision der Blase, vereinigt mit der Iridotomie oder der Ausziehung eines Nach­stars usw. In dem letzten derart operierten Fall zeigte sich besonders der Wert dieses Verfahrens. Es betraf einen 66jährigen Mann, der vor 11 Jahren anderen Orts wegen Altersstar operiert wurde. Nach der Star­operation war das Auge acht Monate lang entzündet, beruhigte sich dann, geriet aber vor 3 V2 Monaten wieder in Entzündung. Seither leidet der Patient fast unauföhrlich an grossen Schmerzen, so dass er auf ärzt­lichen Rat sich zur Entfernung des Augapfels entschloss. Zur Aus­führung dieser Operation begab er sich in das Staats-Augenspital. Wir fanden ein gerötetes Auge, zystoide Narbe, eingewachsene Kolobomschenkel, Nachstar, mässige Iritis, aber ein sehr schmerzhaftes Auge. Der Binnendruck normal, Fingerzählen in ein Meter, normales Gesichtsfeld. Es bestand also der Hauptsache nach eine heftige Kyklitis, die infolge von zystoider Vernarbung entstanden war. Das andere Auge aphakisch mit voller Sehschärfe. Ich riet den Kranken, sich der Narbenexzision zu unterziehen, und erst wenn dadurch die Schmerzen nicht zu stillen wären, die Enuklea­tion vornehmen zu lassen, was er recht gerne annahm.

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