Szemészet, 1910 (47. évfolyam, 1-4. szám)

1910-05-08 / 1. szám

129 Heilung1 eines eigenartigen Falles von Trichi­asis durch Einpflanzung1 eines Knorpelstückes aus der Ohrenmuschel. Von Doz. Dr. Tj. v. Blaskovics, Direktor des Augenspitals. Mitteilung' aus dem königl. urig. Staats-Augenspital in Budapest. Trotzdem wir über eine mannigfaltige Reihe von Augenoperationen verfügen, kommen in der Praxis öfter Fälle vor, die durch keine der bekannten Methoden erfolgreich zu operieren sind. Einen solchen Fall von Trichiasis beobachtete ich, in welchem das Einwärtsdrehen der Wim­­perhaare augenscheinlich durch die vollkommene Erweichung des Tarsus bedingt war. Der Fall betraf einen 13jährigen Jungen, der angeblich seit sechs Jahren an Augenentzündungen litt. Das rechte Auge war normal. Am linken Oberlid befanden sich am Lidrande zahlreiche tiefe Narben, wie man sie nach schwersten, geschwürigen Blepharoadenitis entstehen sieht. Die Entzündung selbst war abgeklungen. Die Zilien entsprossen aus der hinteren Lidkante, fehlten stellenweise, doch die vorhandenen waren von normaler Länge. Sämtliche Wimperhaare lagen der Bulbusoberfläche an, standen aber unter sich in ziemlich richtiger Anordnung. Das obere Augenlid befand sich in mässig gesenkter Stellung, bei dem aktiven Heben des Lides erhöhte sich die Einwärtsdrehung der Wimpern. Der Lidschluss war vollkommen. Das Umstiilpen des Augen­lides gelang in gewöhnlicher Weise nicht, denn das Augenlid hatte kein Gerüst, mit welchem das Lid gedreht werden konnte. Der Tarsus war voll­kommen erweicht, als wäre er überhaupt verschwunden. Nach Umstül­pen des Augenlides mit den Glasstabe sah man, dass die Lidbindehaut stark gerötet, etwas verdickt und von sammtartiger, papillärer Oberfläche war. Auch fanden sich in der Nähe des Lidrandes einige feine Narben­züge, die gegen den Lidrand vertikal verliefen. Meybomsche Drüsen konnte man durch die gerötete Bindehaut nicht wahrnehmen. Die Über­gangsfalte und die Augapfelbindehaut war nur mässig injiziert, sonst aber glatt, ohne Granula. Ebensowenig fanden sich am unteren Lide schwerere Veränderungen. An der oberen Hälfte der Hornhaut waren feine Trübungen mit glatter Oberfläche. Es bestand mässiger Tränenfluss und Sekretion. An den übrigen Teilen des Auges konnte man keine Veränderungen bemerken. Die Sehschärfe betrug 8/7o. Aus dem mitgeteilten ist ersichtlich, dass es sich in unserem Falle um die Folgezustände einer schweren Blepharoadenitis ulcerosa handelte. Durch Teilnahme des Tarsus an der Erkrankung, erweichte und atro­­phierte (?) dieser in solchem Grade, dass es nicht mehr als Gerüst des Lides dienen konnte. Die Beseitigung der Folgen der Berührung der Hornhaut durch die Wimperhaare, konnte nur auf operativem Wege gehofft werden. Alle jene Operationsmethoden, die das Einwärtsdrehen des Lidrandes durch Angreifen des Tarsus, oder durch eine Anspannung der Lidhaut über 9

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